computerwoche.de
Newsletter  |   CW-TV  |   Bilder-Galerien  |   Blogs & Forum  |   CW mobil  |   RSS  |   Aboshop


Computerwoche 12/1975
Leipziger Frühjahrsmesse mit starkem Ostblock-Angebot:

EDV-Anerkennung für DDR

21.03.1975

LEIPZIG - Besucher der diesjährigen Leipziger Messe (9.16. März), deren spezielles Interesse der Computeranwendung in den osteuropäischen Ländern galt, wurden sicherlich nicht enttäuscht. Das Gastland DDR zeigte nicht nur das System EC-1040, eine mit umfangreicher Peripherie ausgerustete Anlage der Größenordnung 360/40 mit Bildschirm-Datenübertragung, verschiedene Prozeßrechner, Buchungs- und Fakturierautomaten, MDT-Systeme, sondern präsentierte auch Anwender-bezogene Problemlösungen.

Ungarn erschien in Leipzig mit einem System vom Typ EC-1010, Polen mit der EC-1030. Im UdSSR-Pavillon war hingegen nur das Modell einer EC-1050 zu sehen.

Westliche Hersteller wie IBM, Honeywell Bull, Univac, Olivetti, NCR, Digital Equipment, 3 M und Racal Milgo waren Gäste in den Hallen 15, 17 und 18 des Messegeländes.

ESER für alle Comecon-Länder

Die Entwicklung und Produktion von Ost-Computersystemen sind im ESER-Projekt (Einheitliches System der elektronischen Rechentechnik) zusammengefaßt. Diese Gemeinschaftsarbeit umfaßt eine einheitliche Reihe von sechs IBM-Software-kompatiblen Zentraleinheiten und zugehörige Peripheriegeräte.

Die Systeme wurden erstmalig auf der ESER '73 in Moskau demonstriert. Der Minister für Elektrotechnik/Elektronik, Otfried Steger, charakterisierte die Bedeutung der ESER mit den Worten: "ESER ist ein Vorhaben, mit dem sechs sozialistische Länder bewiesen haben, daß in wenigen Jahren ein komplettes Rechnersystem der dritten Generation entwickelt, technologisch vorbereitet und in die Produktion übergeleitet worden ist."

Entwicklung in Dresden

Die beiden VEB-Kombinate Robotron und Zentronik in Dresden sind verantwortlich für Hard- und Software-Entwicklung. Bei Robotron wird das 360/40-kompatible System ES-1040 seit 1973 produziert. Insgesamt 25 Systeme sollen bereits ausgeliefert sein.

Für Prozeßautomation und technisch-wissenschaftliche Anwendungen konzipierte man die Syesteme 4200 und 4000. Übertragungsrechner für die Datenfernverarbeitung - auch als Konzentratoren innerhalb der Rechnerherarchien eingesetzt - basieren auf diesen Zentraleinheiten.

Geschäfte im Westen

Einen festen Platz im Handel hat sich die DDR unter dem Warenzeichen "daro" geschaffen. So wurde bereits 1973 in Leipzig mit der NCR, Augsburg, ein langfristiger Vertrag über die Lieferung von OEM-Produkten für das System NCR 299 geschlossen.

Im Marktbereich der mittleren Datentechnik bietet "daro" das System 1720 an (siehe auch CW-Nr. 9 vom 28. Februar 1975). Dieses modular aufgebaute, mit Programmen für kommerzielle Standard-Anwendungen versehene System, wird in der Bundesrepublik je nach Ausbaustufe zwischen 20 000,- und 30 000,- DM angeboten.

Starkes Interesse bei Messebesuchern

Westdeutsche Aussteller melden in Leipzig starkes Interesse. Offizielle Delegationen prüfen hauptsächlich den Einkauf von Lizenzen.

Aber man gibt sich zuversichtlich, Geduld ist Voraussetzung für den Erfolg. Bleibt das Warten auf den großen Computer-Boom im Osten . . .



Seite: 1


Leserkommentare 
(0 Beiträge), 
Kommentieren

Beitrag schreiben

Noch kein Forums-Mitglied?
Dann gleich hier anmelden.

Aktuelle Umfrage

Wie viele Tage haben Sie im vergangenen Jahr blau gemacht?

Testen Sie Ihr Wissen
KOSTENLOSE NEWSLETTER VON COMPUTERWOCHE
Nachrichten morgens
Whitepaper
Nachrichten mittags
CW-Mittelstand
Highlights der Woche
Hardware
Neu: SAP-Newsletter
Software
Job + Karriere
Open-Source
Stellenmarkt
Produkte + Techn.
Freiberufler
Security