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Notebook & PC

Kauft Dell Teile von Acer?

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Einer Information zufolge, die COMPUTERWOCHE vorliegt, könnte Direktanbieter Dell versuchen, einen PC-Hersteller zu kaufen, der bereits einen Handelskanal aufgebaut hat. Möglich sei auch, dass Dell sich einen bestimmten Produktbereich – beispielsweise die Notebook-Sparte – eines PC-Anbieters aneignet.

Im Gespräch mit einem Branchenexperten, der nicht genannt werden wollte, erfuhr diese Zeitung, dass Dell sich den Weg zum indirekten Vertrieb – also zu Fachhändlern und zu Wiederverkäufern – freikaufen könnte, indem die Texaner einen anderen PC-Anbieter ganz oder zumindest Teile von ihm übernimmt. Danach könnte Dell die Notebook-Sparte eines PC-Herstellers übernehmen. Der Informant deutete die Möglichkeit an, dass Dell diesbezüglich an Acer interessiert sein könnte.

Gefragt, ob Acer für Dell nicht eine Nummer zu groß sei, meinte der Informant, Geld genug hätte Dell für solch eine Rochade. Im Geschäftsbericht für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2007/08 hatte Dell einen Cashflow von 12,3 Milliarden Dollar angegeben.

Beide Firmen kommentieren Gerüchte nicht

Plant Firmengründer und CEO Michael Dell den großen Coup, um dem Direktvertreiber Dell einen indirekten Kanal zu kaufen?
Plant Firmengründer und CEO Michael Dell den großen Coup, um dem Direktvertreiber Dell einen indirekten Kanal zu kaufen?
Plant Firmengründer und CEO Michael Dell den großen Coup, um dem Direktvertreiber Dell einen indirekten Kanal zu kaufen?

Firmensprecherin Alexandra Böckelmann sagte, dass Acer Gerüchte generell nicht kommentiert. Böckelmann weiter: "Es ist richtig, dass Acer schon lange erfolgreich auf den indirekten Vertrieb setzt. Dies ist eine weltweite Strategie, die auch global einheitlich realisiert wird". Auch bei Dell wollte man die Gerüchte nicht kommentieren.

Richtig ist allerdings, dass Dell seit einigen Monaten die Strategie ändert und sich nicht mehr allein auf den Direktvertrieb verlassen will. In den USA hat das Unternehmen deshalb Deals mit der weltgrößten Handelskette Wal-Mart geschlossen, um dort Dell-Systeme zu verkaufen. In Großbritannien wiederum verkauft Dell gewisse PC-Modelle über die Carphone Warehouse Group Plc., ein Handelsunternehmen, das vor allem Handys und Mobilfunk-Dienstleistungen anbietet. Anfang Juli hatte Dell zudem mitgeteilt, man befinde sich in Gesprächen mit einem möglichen Vertriebspartner im asiatisch-pazifischen Bereich (außer Japan, China und Südkorea).

HPs PC-Deutschlandchef Martin Kinne hatte im Gespräch mit der Presse gesagt, ihn beunruhigten die Anstrengungen des Konkurrenten Dell nicht, ins indirekte Vertriebskonzept zu investieren. Dell müsse erst noch beweisen, ob das Unternehmen Kanalpartner an sich binden könne. Solcherlei Partnerschaften aufzubauen, dauere sehr lang.
Um den langwierigen Prozess, umfassende Kanalpartnerschaften zu etablieren, abzukürzen, könnte der Kauf eines eingeführten und indirekt agierenden PC-Anbieters für Dell tatsächlich eine Option darstellen.

HP-Chef Mark Hurd hatte – unabhängig von der Diskussion um mögliche Kaufabsichten von Dell – Mitte Juni 2006 argumentiert, es werde in der IT-Branche weitere Akquisitionen geben. "Eine Reihe von Anbietern" im Computer- und Softwaregeschäft verdienten "fast gar nichts", andere hingegen hätten "immer vollere Kassen".
Möglicherweise ein interessanter Kandidat könnte auch Fujitsu-Siemens-Computers (FSC) sein. Das Unternehmen kämpft seit einigen Quartalen mit sinkenden Marktanteilen. In Deutschland liegt FSC noch an der Spitze bei der Zahl verkaufter PC-Systeme. Allerdings holt hier die Konkurrenz von HP, Dell und Acer erheblich auf. Nimmt man nur das Notebook-Segment, liegt Acer hierzulande bereits an der Spitze.

In Frankreich platziert sich FSC nach Zahlen von Gartner an fünfter Stelle der Top-PC-Anbieter – allerdings mit einem vergleichsweise niedrigen Marktanteil von 5,1 Prozent im zweiten Quartal 2007. Gemeinsam mit Dell würde die Paarung jedoch den Spitzenreiter HP einholen. In Großbritannien ist FSC nicht unter den ersten fünf Herstellern zu finden. Hier liegt Dell noch recht komfortabel mit einem Marktanteil von 24,5 Prozent an erster Stelle. Acer rangiert in beiden Ländern sehr komfortabel im Top-5-Bereich. In den USA würde eine Kombination Dell/Acer eine noch klarere Marktführerschaft ergeben, als sie Dell mit 29,9 Prozent vor HP (25,1 Prozent) bislang ohnehin schon einnimmt.

Europaweit würde eine Paarung Dell/Acer eine Spitzenposition mit fünf Prozent Vorsprung zum Zweitplatzierten HP (18,7 Prozent), eine Kombination Dell/FSC immerhin einen zweiten Rang mit einigem Vorsprung zum Dritten ergeben. Weltweit schössen Dell/Acer wiederum klar an die Spitzenposition. (jm)

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