| Dem Itanium fehlt die kritische Masse | |
| Intel kopiert AMD | |
| Starke Risc-Konkurrenz | |
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warum sich der Itanium im Massenmarkt schwer tut;
welche Chancen der Intel-Chip gegen etablierte Risc-Prozessoren hat;
wie Anbieter in Deutschland die Marktakzeptanz einschätzen.
Der Monat Juni fing gut an für Intel. Hewlett-Packard (HP) präsentierte erste Itanium-basierende Modelle seiner "Superdome"- und "Nonstop"-Server. Mit dem "PA-8900" brachte der IT-Konzern zugleich den letzten Risc-Prozessor mit der hauseigenen "Precision Architecture" auf den Markt. Im Highend hat HP alle Weichen Richtung Itanium gestellt. Bisher verwendete Risc-Architekturen wie "Alpha" und "Mips" spielen in den Produktplänen keine Rolle mehr. Andere Hersteller folgen dem Beispiel. Auch SGI, NEC und Unisys migrieren Hochleistungs-Server auf Itanium-Technik.
Auf den ersten Blick scheint es, als habe sich das Blatt für Intels 64-Bit-Chip gewendet. Seit der Markteinführung im Jahr 2001 musste sich der Hersteller immer wieder Kritik gefallen lassen: unbefriedigende Leistungswerte, zu wenig verfügbare Programme und mehrfach revidierte Absatzprognosen nagten am Image des Flaggschiff-Produkts. Inzwischen ist die Zahl der für den Itanium ausgelegten Anwendungen nach Intel-Angaben auf zirka 2200 gestiegen. Von den Leistungsmessungen der aktuellen Itanium-Versionen zeigen sich auch eingefleischte Kritiker überzeugt.
Doch bei näherem Hinsehen offenbart sich, dass die Marktakzeptanz nach wie vor schwach ist. In Deutschland liegt der Anteil der Unternehmen, die Itanium-Rechner nutzen, im niedrigen einstelligen Prozentbereich, schätzt Techconsult-Analystin Verona Bunk. Besonders schwer tut sich der Itanium im Massenmarkt, wo 32-Bit-Server die meisten Kundenwünsche abdecken. Dell beispielsweise offeriert mit dem Vier-Wege-Server "7250" nur noch ein einziges Itanium-Modell. Den Zwei-Wege-Server "3250" habe man im Februar aus dem Programm genommen, berichtet Peter Dümig, Produkt-Manager bei der deutschen Tochter des PC-Direktvertreibers. Im September 2004 brachte Intel den Xeon-Prozessor mit 64-Bit-Erweiterungen ("EM64T") auf den Markt, begründet er die Entscheidung: "Danach ist die Nachfrage nach Itanium-Servern schlagartig eingebrochen." Den Rückgang führt er auf den großen Preisunterschied zu den Xeon-CPUs zurück. Mit anderen Worten: Der Itanium ist zu teuer. Ob Dell künftig noch Itanium-Server ins Sortiment nimmt, mochte Dümig nicht beantworten.