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Verleger

iPad schafft Bewegung am Markt

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Mit der Einführung des neuartigen Tablet-Computers iPad sehen auch deutsche Zeitschriften- und Zeitungsverleger durchaus Chancen, am digitalen Markt neue Erlösquellen zu erschließen.

Von einem "Durchbruch" mag aber noch keiner so recht reden. Das von Apple in der Nacht zum Donnerstag vorgestellte Gerät mit einem in der Diagonale knapp 25 Zentimeter großen Display soll unter anderem das bequeme Lesen von Zeitschriften am Bildschirm ermöglichen.

Die "New York Times" war zur Einführung bereits mit einer iPad-optimierten App vertreten.
Die "New York Times" war zur Einführung bereits mit einer iPad-optimierten App vertreten.
Die "New York Times" war zur Einführung bereits mit einer iPad-optimierten App vertreten.
Foto: Apple PR

Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) beobachte die Entwicklung des iPads und aller elektronischen Lesegeräte "mit großem Interesse", sagte eine Sprecherin. Ob sie allerdings den Durchbruch bringen werde, mit Zeitungsinhalten im Netz Geld zu verdienen, könne der Verband nicht vorhersagen. Aber: Gewöhnt daran, für Inhalte und Anwendungen auf dem Handy Geld zu bezahlen, werden Leser oder Nutzer eher bereit sein, für Qualitätsinhalte auf mobilen Endgeräten zu bezahlen, glaubt der Verband. "Hier liegt tatsächlich eine Chance."

Der BDZV kann aber natürlich sich nicht vorstellen, dass das iPad oder ein anderes elektronisches Lesegerät kurz- oder mittelfristig das Papier verdrängen. "Zugleich sind Zeitungen ja auch heute schon viel mehr als bedrucktes Papier, das morgens früh dem Abonnenten an die Haustür getragen wird. Sie verbreiten Meinung und Hintergrund rund um die Uhr, sieben Tage die Woche, gedruckt, online und mobil."

"Wir sehen, dass uns das iPad neue und interessante Möglichkeiten eröffnet, und bereiten uns seit geraumer Zeit darauf vor", sagte "Spiegel"-Chefredakteur Mathias Müller von Blumencron der Deutschen Presse-Agentur dpa. "Der Spiegel" habe immer darauf geachtet, seine Inhalte dorthin zu liefern, wo der Leser sie suche: Online, mobil oder in den sozialen Netzwerken.

Vieles sei noch im Fluss, aber eines klar: "Spiegel Online" liefere tagesaktuelle Informationen, Analysen und den Debattenstoff für die digitale Welt und bleibe deshalb frei nutzbar. "Für das Magazin bringen die Reader neue Darstellungsformen und Verbreitungschancen", sagte der Chefredakteur. "Lassen Sie sich überraschen."

Auch das Münchner Verlagshaus Hubert Burda geht davon aus, dass das iPad Druck in das Segment der elektronischen Zeitschriften und Zeitungen bringen werde. Dennoch glaubt Verlagssprecher Nikolaus von der Decken nicht, dass Zeitungen durch den Tablet-Computer nun nur noch online gelesen würden. So gebe es ähnliche Produkte wie zum Beispiel E-Books bereits seit längerem - parallel zum Printmarkt. "Wir glauben an die Zukunft von Zeitschriften." Von der Decken bezweifelt jedoch, dass sich das iPad rasant durchsetzen wird, vor allem angesichts von Preisen ab 499 Dollar aufwärts.

"Das iPad ist ein gutes Produkt zu einem guten Preis, das viele Nutzer begeistern wird", sagte ein Sprecher der Axel Springer AG. "Es überträgt die vom iPhone und iPod touch gelernte Bedienphilosophie und die Geschäftsmodelle auf einen größeren Bildschirm. Durch die Handhabung, die größere Darstellung sowie die gute Grafikfähigkeit erschließt sich für unsere Medien ein neues Format."

Grundsätzlich gelte, dass für Qualitätsprodukte wie das iPad die journalistische Kompetenz erforderlich sein werde, die Unternehmen wie Axel Springer über Jahrzehnte hinweg aufgebaut hätten. Daher sei jeder Schritt wichtig, der "die Digitalisierung der Branche und die Etablierung neuer faszinierender Produkte und tragfähiger Geschäftsmodelle vorantreibt." (dpa/tc)

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