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Ansonsten droht Insolvenz bis März

Qimonda hofft auf Partnerschaft

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Der schwer angeschlagene Speicherchip-Hersteller Qimonda will bald einen finanzstarken Partner präsentieren und sich damit vor dem drohenden Aus retten.

Das Unternehmen verzeichne "Fortschritte bei seinen Gesprächen mit verschiedenen potenziellen strategischen Investoren und Finanzinvestoren", teilte die Infineon-Tochter am Montag in München mit. "Die Unternehmensleitung geht davon aus, dass sich eine dieser Möglichkeiten soweit konkretisieren könnte, dass sie in den kommenden Wochen bekannt gegeben werden kann". Sollte dies nicht gelingen und auch von anderswo keine Hilfe kommen, könnte Qimonda nach eigener Einschätzung bis März in die Insolvenz rutschen. Die Infineon-Aktie verbilligte sich am Vormittag um knapp zwei Prozent.

Qimonda schreibt seit mehreren Quartalen tiefrote Zahlen, sind doch die Preise für Speicherchips wegen eines Überangebots im Keller. Infineon will sich angesichts der dramatischen Lage schon lange von der Tochter trennen, hat bisher aber keinen Käufer gefunden. Infineon-Chef Peter Bauer hatte Ende Oktober von zwei bis vier Interessenten gesprochen und zuletzt berichtet, es gebe "gute Chancen, die Verhandlungen abzuschließen". Eine Finanzspritze schloss Bauer angesichts eigener Probleme vehement aus. Infineon hält noch 77,5 Prozent an Qimonda, will diesen Anteil bis zum Frühjahr aber notfalls durch Verschenken an die Aktionäre auf unter 50 Prozent senken.

Erneut höhere Verluste

Auch im Ende September abgeschlossenen vierten Geschäftsquartal hat Qimonda wieder hohe Verluste angehäuft, und zwar über die 401 Millionen Euro des Vorquartals hinaus, wie das Unternehmen wissen ließ. Grund für die Verschlechterung war demnach aber nicht das operative Geschäft, sondern der Buchverlust aus dem Verkauf des Drittelanteils am Wettbewerber Inotera, Kosten für den laufenden Stellenabbau sowie die Teilschließung des US-Werks in Richemond. Der Umsatz stieg dagegen nach vorläufigen Zahlen wegen der Umstellung auf eine neue Speicherchip-Technologie um fast ein Viertel auf 476 Millionen Euro.

Die endgültige Bilanz will Qimonda angesichts der laufenden Gespräche über eine Partnerschaft erst Mitte Dezember präsentieren. Infineon hält dagegen nach Angaben eines Sprechers an der eigenen Zahlenvorlage am Mittwoch fest. Welche Daten dann genau preisgegeben werden, konnte er aber nicht sagen. Neben dem Verlust der Tochter dürfte eine abermalige Abwertung der Qimonda-Aktien Infineon kräftig belasten. In den Büchern steht das einzelne Papier nach letzten Stand noch bei 2,80 Dollar, der Börsenkurs liegt bei gerade noch bei 0,19 Dollar.

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