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Neues Allzeit-Tief

Preise für Speicher sind an Tiefpunkt angelangt

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von Panagiotis Kolokythas (Redakteur bei der CW-Schwesterzeitschrift PC-Welt)
Speicherhersteller wie Elpida Memory und Powerchip Semiconductor haben letzte Woche ihre Produktion heruntergefahren. Dadurch sollten sich die Preise für Speicherbausteine wieder erholen. Für Analysten bleibt der Sinn dieser Aktion allerdings eher fraglich.

Für PC-Besitzer ist es eigentlich ein Grund zur Freude: Speicherchips werden billiger und billiger. Zur Zeit kosten 1 GB DDR2-Speicher circa 20 Euro und 1 GB DDR-Speicher etwa 60 Euro. Wenn Vista-Anwender ihren Rechner gleich mit 4 GB Speicher (2 x 2 GB) ausstatten wollen, müssen sie dafür nicht mal 80 Euro berappen. Dies ist das Ergebnis einer Preisrecherche bei großen Online-Händlern.

Speicher-Hersteller wie Elpida Memory (Japan) und Powerchip Semiconductor (Taiwan) haben in der letzten Woche versucht, den Preis für Speicherbausteine zu beeinflussen, indem sie die Produktion um jeweils bis zu 15 Prozent zurückgefahren haben. Die Aktion konnte allerdings nicht verhindern, dass die Preise für Speicherbausteine dennoch ein neues Allzeit-Tief erreichten. Schuld an der Misere sind die Hersteller selbst, die im vergangenen Jahr zu viele Speicherbausteine-Fabriken gebaut hatten, weil sie einen Anstieg der Nachfrage erwarteten, nicht zuletzt aufgrund von Windows Vista und dessen Appetit auf Speicher. Die Nachfrage konnte aber mit dem Angebot nicht mithalten, was zu stark sinkenden Preisen aufgrund eines Überangebots führte. Das Angebot ist so hoch, dass einige Hersteller sogar Verlust mit dem Verkauf von Speicher machen.

Analysten bewerten den Produktionsrückgang bei Elpida Memory und Powerchip als wirkungslos, weil er nicht direkt den Preis der Speicherbausteine beeinflussen kann, sondern erst - wenn überhaupt - in einigen Monaten. Außerdem stellen die beiden Hersteller nur 2,3 Prozent aller Speicherbausteine her. Die Analysten von Gartner prognostizieren, dass sich die Verringerung der DRAM-Produktion frühestens im November auswirken könnte. Bis dahin hätten sich aber die Großabnehmer mit Speicher für Geräte eingedeckt, die zu Weihnachten auf den Markt kommen sollen und damit würde im November ohnehin die Nachfrage zurückgehen. Würden sich andere Speicherhersteller der Aktion anschließen, wäre der Effekt auf die Preise höher. Allerdings signalisierten die Hersteller in der vergangenen Woche, dass sie sich der Aktion von Elpida und Powerchip nicht anschließen wollen. Insbesondere Samsung, weltgrößter DRAM-Chip-Hersteller, sprach sich gegen eine Drosselung der Produktion aus. Samsung will sogar die Gunst der Stunde nutzen und in diesem Jahr 4,5 Millionen Euro in zusätzliche Speicher-Produktionslinien investieren, um den Druck auf die Rivalen zu erhöhen. Auch die Nummer Zwei, Hynix Semiconductor, hat keinerlei Pläne die Speicherproduktion zu drosseln. Ähnliche Signale kommen auch von den anderen großen Herstellern, zu denen Qimonda in Deutschland und Micron Technology in den USA zählen.

Analysten sind der Meinung, dass DRAM-Hersteller kurzfristig nur davon profitieren könnten, wenn ein Konkurrent pleite geht oder einen angeschlagenen Konkurrenten übernimmt. Für die nächsten fünf Jahre wird erwartet, dass Preise für Speicher niedrig bleiben.

Dieser Beitrag stammt von der COMPUTERWOCHE-Schwesterpublikation pcwelt.de.

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