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Gespanntes Warten

US-Firmen bangen um Geschäfte

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Viele US-Unternehmen haben in der ersten Jahreshälfte gute Geschäfte gemacht.

Denn auf die Krise folgte in einigen Branchen direkt der Boom. Vor allem Technologiekonzernen, Autobauern und Banken ging es blendend. Ist der gute Lauf jetzt schon wieder vorbei?

Die Sorge geht um an der New Yorker Börse: Alle drei Monate gewähren die US-Unternehmen Einblick in ihr Geschäft. Und dieser Einblick könnte den Anlegern dieses Mal gar nicht gefallen. Die Zeichen verdichten sich, dass ausgerechnet die Boombranchen des Jahresanfangs im gerade zu Ende gegangenen dritten Quartal einen Hänger hatten. Die große Frage lautet: Wie schlimm ist die Lage?

Die Wochen der Wahrheit beginnen an diesem Donnerstag, wenn der Aluminiumkonzern Alcoa die Bilanzsaison in den Vereinigten Staaten eröffnet. Die Amerikaner sind damit etwa 14 Tage früher dran als die deutschen Firmen.

Es war fast schon unheimlich, wie manche Industriebranchen aus der Krise kamen und durchstarteten. Zu den ganz fixen gehörte die Computerbranche. Viele Firmenkunden hatten seit Jahren nicht mehr in neue Rechner investiert - und in der Rezession die Neuanschaffungen noch einmal zurückgestellt. Als sich die wirtschaftliche Lage langsam entspannte, mussten sie deshalb zuschlagen. Die Computerfirmen fuhren daraufhin Rekordergebnisse ein.

Jetzt aber warnte der Prozessorenhersteller AMD: Die Nachfrage ebbt ab, besonders nach den so beliebten Notebooks. Der kleinere Rivale des Branchenprimus Intel rechnet deshalb für das dritte Quartal mit bis zu vier Prozent weniger Umsatz als im Vorquartal. Keine Frage: Ein dramatischer Einbruch sieht anders aus und von den schlimmen Krisenzeiten ist das weit entfernt. Aber es zeigt, dass viele Firmen- und Privatkunden wieder vorsichtiger geworden sind.

Ford-Chef Alan Mulally hatte schon im Juli dem Aufschwung nicht mehr getraut und in Frage gestellt, ob Amerikas zweitgrößter Autohersteller das rasante Tempo des Jahresanfangs halten kann. Das Unternehmen hatte nach den Verkaufseinbrüchen in der Krise so gut wie seit Jahren nicht mehr verdient. Doch das lag vor allem an eigenen Einsparungen und den Autovermietern, die ihre Flotten aufstockten. Die Privatkunden hielten sich zurück.

In den USA sind die Folgen der Wirtschaftskrise allgegenwärtig. Die Arbeitslosigkeit ist immer noch hoch, die Immobilienpreise sind im Keller. Und der Wachstumsmotor will nicht so recht anspringen. Die Bürger spüren, dass etwas nicht stimmt und verlieren das Vertrauen in den Aufschwung. Die Stimmung ist so mies wie seit Monaten nicht mehr - und wer schlecht drauf ist, kauft nicht.

Für die Banken des Landes bedeutet dies: Sie bleiben weiterhin auf massenhaft Krediten sitzen. Und nun ist auch noch der Gewinnbringer der vergangenen Quartale, das teils hochriskante Investmentbanking, ins Stocken geraten. Gleich mehrere Analysten haben deshalb ihre Erwartungen an die Wall-Street-Häuser zurückgeschraubt. Die Banken selbst reagieren mit Einstellungsstopps, nachdem sie gerade erst angefangen hatten, wieder Jobs zu schaffen.

Noch herrscht die Hoffnung an den US-Börsen, dass alles weit weniger schlimm kommt als von so manchem Pessimisten befürchtet. Der Leitindex Dow Jones hat sich von seinem Durchhänger zur Jahresmitte erholt und nimmt schon wieder Anlauf auf die "magischen" 11.000 Punkte. Die kommenden Wochen werden zeigen, in welche Richtung es weitergeht. (dpa/tc)

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