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Data Center & Server

IBM im Glück

Comeback des Mainframe

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Teuer - aber erstklassig

Ähnlich klingt auch die Argumentation von Harald Neugebauer, CIO bei Lexcom. Der Münchner Mittelständler betreibt eine große Ersatzteildatenbank für die Automobilindustrie und hat sich dieses Jahr für einen neuen System-z10-Mainframe entschieden. "Mainframe-Technologie ist teuer, aber dafür bekomme ich auch ein nahezu perfektes Betriebssystem und einen erstklassigen Service. Und darauf kommt es an. Ich muss mich darauf verlassen können, dass das System läuft und dass im schlimmsten Fall ein Problem in kürzester Zeit bis zur Zentrale in den USA eskaliert wird, falls der deutsche und der europäische Service keine Lösung dafür gefunden haben."

Alles andere ist für Neugebauer eine Frage des Return on Investment: "Wenn die Auslieferung meiner Dienstleistung diese Art von System braucht, und ich kann die Kosten in meinem Business-Plan darstellen, dann werde ich mich nicht lange aufhalten lassen." Während kleinere Anwendungen bei Lexcom auf Maschinen der xSeries laufen dürfen, ist das Kernprodukt wichtig genug, um einen Großrechner zu rechtfertigen. "Sie können eine solche Anwendung nicht auf einem Micky-Maus-System betreiben", betont Neugebauer.

Angesichts des sich abzeichnenden Mainframe-Revivals muss IBM keine Konkurrenz fürchten. Seit 2001 ist der IT-Riese nicht mehr dazu verpflichtet, seine Mainframe-Technologie zu lizenzieren. Davor galt 45 Jahre lang ein Gerichtsbeschluss, nach dem IBM genau darauf festgelegt war. Eine erneute Einführung dieser Verpflichtung, um welche die Konkurrenz an allen Fronten kämpft, würde den Verkauf IBM-kompatibler Großrechner wieder möglich machen.

Würden sich Anwender auf Alternativen einlassen? "Mit Sicherheit würden wir sie ernsthaft anschauen", sagt LVM-Mann Isenbeck. So wie viele seiner Kollegen ist er der Ansicht, dass Konkurrenz dem Mainframe-Markt guttun würde. Und das nicht nur wegen zu erwartender Preissenkungen. "Der Wettbewerb würde auch der Plattform selbst nützen. Wir beobachten, dass sich die Technik in Märkten mit offenem Wettbewerb wie dem für die x64-Plattform schneller entwickelt. Grund: Es sind mehr Firmen involviert. Deswegen werden auch mehr Produkte für diesen Markt entwickelt. Die IBM muss deshalb einen Weg finden, Mainframe-Technologie auf breiterer Basis anzuwenden, sonst wird die Plattform noch teurer." (jm)

Rechtstreit ohne Ende

So ärgert Neon Software die IBM

Mit zPrime kann Applikationslast von den Hauptprozessoren eines Mainframes auf für spezialisierte Aufgabenstellungen entwickelte so genannte Specialty Engines heruntergeladen und dort verarbeitet werden.

Damit ist das Lizenzierungsmodell der IBM für ihre Großrechner direkt betroffen: Die System-z-Großrechner werden von Haus aus mit mehr Hauptprozessoren geliefert, als der Anwender im Alltagsgebrauch benötigt. Dieser zahlt an Big Blue zwar nur gemäß der Zahl der tatsächlich benutzten Prozessoren Lizenzgebühren. Allerdings sind diese für die Hauptprozessoren wesentlich höher als für die Specialty Engines. Deshalb haben Anwender natürlich ein Interesse daran, möglichst große Teile der Arbeitslast von den Hauptprozessoren weg und auf die zIIP- und zAAP-Engines zu übertragen.

Das wiederum ist nicht im Sinne der IBM, die diese Spezialprozessoren auf neue Anwendungen wie beispielsweise WebApplikationen oder SOA-basierende Techniken zugeschnitten hat. Nicht vorgesehen war aber, dass Standard-Workloads wie Cics, IMS, DB2, TSO und Batch-Anwendungen auf die Specialty Engines verlagert werden. Genau das aber ist möglich mit der Neon-Software.

Beide Unternehmen prozessieren derzeit gegeneinander. Neon will seine Geschäfte fortführen, IBM will das Vorgehen des Softwarehauses wegen angeblicher Verstöße gegen das Urheberrecht unterbinden. Dabei vertritt Big Blue den Standpunkt, Neons Geschäftsmodell basiere darauf, IBM-Kunden anzuregen, ihre vertraglichen Abmachungen mit dem Konzern zu unterlaufen.

Neon verhalte sich wie ein gewiefter Techniker, der gegen eine Gebühr einen TV-Kabelanschluss so manipuliere, dass die Benutzer Bezahl-TV-Kanäle ansehen könnten, ohne dafür zu bezahlen. Dieses Vorgehen sei vielleicht technisch realisierbar, aber letztendlich illegal und ethisch nicht zu verantworten. IBM habe Milliardenbeträge in sein System z gesteckt, diese Investitionen gelte es nun zu schützen.

(5 Beiträge), 
Kommentieren
Ralf.Seidler
... Ihre Mitteilung lässt mich vermuten, dass Sie sich im Mainframeumfeld nicht bewegen und anscheinend auch nicht bewegt haben. Sie haben es daher sehr schwer, eine ehrliche und fundierte (etymolog.: Fundament) Bewertung dieses Themenkomplexes abgeben zu können. Wie schon die Vorschreiber ausgeführt haben, gibt es enorme Vorteile, diese Welt einzusetzen. Aus meiner Erfahrung als Referent für Mainframe-Themen, der auch als "Arbeiter" in dieser Welt unterwegs ist, also Praxis-erprobt ist, möchte ich noch einen weiteren Aspekt hinzu fügen. Ich habe unter anderen sehr viele ehemalige und aktuelle Studenten, die ich für den Großrechner ausbilde. Reaktionen während der Seminare und Rückmeldungen hinterher zeigen mir jedes Mal (!!! ja, jedes Mal) Verblüffung der Teilnehmer, was für ein tolles System die Großrechnerwelt darstellt. Sätze wie "so was hätt ich gerne im Linux-Umfeld", "auf Windows suche ich so etwas schon lange", "ich war sehr skeptisch vorher, bin 'ausgesöhnt' und freue mich auf meine zukünftigen Aufgaben in diesem Umfeld" zeigen eine kleine Auswahl an Reaktionen. Der entscheidende Vorteil, den wir "Hosties" gegenüber anderen haben, ist aber unsere weit verbreitete. fast flächendeckende Einstellung, dass wir uns nicht auf den bisherigen Lorbeeren ausruhen, sondern noch besser werden wollen ... und auch besser werden. Ein Beispiel ist die Zuverlässigkeit des z-Systems. IBM garantiert zur Zeit eine Verfügbarkeit von 99,999% und bastelt an der nächsten Kommastelle. Das hätte ich gerne auf meinem Home-PC. ;-) zum Beitrag

Josh.Krischer
Answer for Mr. MeMyself (it is a pity that you hide under a nickname; it will be also interesting to know which company employ you). I wonder also if you ever worked with mainframe at all. 1. I agree that sometimes is not logical to run 40 years old application but please show me other platform that can do that. By the way do you know that there are 1675 ISVs developing on System z (Linux, z/OS, z/VM, z/VSE) (175 new ISVs joined the "prehistoric platform" in 2009, that more than 2,732 application available on z/OS 1.8 and above and 3,150 applications enabled on Linux on z (550 new in 2009). 2. There is no a single computing platform which fits are requirements and there is enough information on market from IBM competition and from independent consulting companies or analyst to assist corporation in their decisions. 3. Innovations: there is not a single innovation on UNIX RISC or x 86 platforms which I didn't see in mainframe before. 360/VM (software partitioning) was almost 30 years before VMware, PRSM/LPAR (hardware portioning) was 12 years ahead of Sun 10000. DFSMS of the 90-ies is by far better than any HSM program and a comparison between a mainframe Dynamic Channel Subsystem (DCS) to HBAs is in analogy as a comparison between BMW 7 series and a bicycle. These are only few examples and I can give you many more. 4. Mainframe of today is not the 3090 series of the 90-ies, it is enhanced at very fast pace and it is an ignorance to call it "Welt von vor-vorgestern". Josh Krischer Josh Krischer & Associates zum Beitrag

HaPeGe
Es gibt immer noch Menschen in der IT-Welt, die einfach die enormen Vorteile des Mainframe nicht wahr haben wollen ! Der allergrößte Vorteil liegt in den Personalkosten: Eine Client-Server-Welt erzeugt bis zu 60 % höhere Personalkosten ! Das Argument scheinen die meisten IT-Manager von heute (jung, dynamisch und erfolg..... !) völlig zu negieren; mit einem wachsenden MA-Bestand wächst ja auch die Macht ! Traurig ist auch die Negierung des Mainframe durch die Hochschulen und Unis. Ihnen laste ich die fehlende Ausbildung des Nachwuchses an; sie haben einfach an der Realität vorbei ausgebildet ! Und wer es immer noch nicht glaubt: Im deutschen Bank- und Sparkassenwesen dominiert immer noch der Mainframe. Und es werden sogar noch Anwendungsprogramme in Assembler (!) geschrieben. Und der Kommentator MeMyself möge doch bitte folgendes bedenken: Es laufen weltweit immer noch mindestens 60 % aller Programme in COBOL auf Mainframes ! Und es werden täglich mehr ! Vielleicht wäre ein Überdenken des eigenen Standpunktes angebracht ?! Dem Autor sei Dank für seine treffenden und notwendigen Ausführungen. zum Beitrag

MeMyself
Das ist toll! Die Zukunft gehört dem Mainframe, Cloud Computing ist ein großes rechtliches Problem, und Offshoring ist des Teufels - und alles in einer Ausgabe der Computerwoche. Fehlt nur noch, daß der Datenspeicher der Zukunft die Lochkarte ist... Zwei Wochen, nachdem selbst die Deutsche Bank beschlossen hat, daß 40 Jahre Software-Entwicklung nicht wert sind, den Host zu konservieren, singen Sie Hymnen auf eine prähistorische Plattform. Fiel dem Autor nicht auf, daß diejenigen, die in diese Technologie investieren, IT-Leiter von Mittelständlern sind, die mangels Marktkenntnis den IBM-Vertriebsmitarbeiter als single source of truth betrachten? Ich finde es einfach schade, daß sich die Computerwoche einmal mehr als innovationsfeindliches Blatt präsentiert. Können Sie nicht einmal über die Chancen von Innovation schreiben, als über die wunderbare Welt von vor-vorgestern? zum Beitrag

volkerfalch
Lieber Autor, die Darstellung der Potenziale der Mainframe´s ist gut gelungen. Zu den angeführten Vor- und Nachteilen möchte ich eine kleine Ergänzung anfügen. Zu den Nachteilen gehört offensichtlich, dass die über viele Jahre vernachlässigte Ausbildung ein demografisches Problem verursacht hat.Trotz aller Unternehmenszusammenschlüsse bleibt das Problem der Überalterung der Experten. Sehr gute Ausbildungs- und Weiterbildungmöglichkeiten gibt es glücklicherweise. Problematisch erscheint die Tatsache, dass über viele Jahre das Thema Mainframe in den Hochschulen kein Thema war - offensichtlich konnte sich niemand wissenschaftliche Reputation auf einer "Dinosaurier-Plattform" vorstellen. Folge: Viele Nachwuchsführungskräfte kennen die Plattform weder theoretisch noch praktisch. Damit ist es ungleich schwerer, objektive Systemvergleiche durchzuführen. zum Beitrag


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