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Stromverbrauch und Energie

Wie grün ist SAP?

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Green IT - nur ein Kostenthema?

CW: Der Begriff Green IT wirkt gerade in der derzeitigen Krise etwas abgenutzt. Sieht man sich die einschlägigen Initiativen von Unternehmen an, entsteht der Eindruck, dass das Thema nur dann interessant ist, wenn unterm Strich konkrete Einsparungen winken. Ist die Idee zum reinen Kostenthema mutiert?

Graf: Man kann nicht davon ausgehen, dass Unternehmen aus eigenem Antrieb "grün" motiviert sind. Das Missverständnis allerdings lag in der Tatsache, dass viele Unternehmen nachhaltiges Wirtschaften als Luxus betrachteten. Im Moment setzt sich glücklicherweise die Erkenntnis durch, dass es sehr viele Dinge zu tun gibt, die sowohl der Umwelt oder der Gesellschaft helfen als auch wirtschaftlich nützlich sind. Manchmal hilft der Gesetzgeber nach. Dann geht es vor allem darum, die Vorgaben möglichst kostengünstig umzusetzen. In anderen Fällen sind es stark volatile Rohstoff- oder Energiepreise, die uns dazu treiben, Verbesserungen herbeizuführen. Oft steht aber auch die Reputation des Unternehmens im Mittelpunkt. Nicht zuletzt können sich Firmen einen Wettbewerbsvorteil verschaffen, wenn sie einschlägige Innovationen auf den Markt bringen. Das öffentliche Interesse am Thema ist sehr groß.

CW: SAP hat sich ehrgeizige Umweltziele gesteckt. Bis zum Jahr 2020 soll der Kohlendioxidausstoß auf das Niveau von 2000 sinken. Das wäre eine Halbierung des Ausstoßes von 2007. Wie wollen Sie diese Vorgabe erreichen?

Graf: Wir setzen dabei auf drei Ebenen an. Zunächst haben wir geprüft, wie viel Kohlendioxid durch unseren eigenen Brennstoffverbrauch ausgestoßen wird, zum Beispiel in unseren Dienstwagen. Eine zweite Frage drehte sich darum, wie viel Kohlendioxid durch die Stromerzeugung verursacht wird, die wir als Elektrizität einkaufen. Auf der dritten Ebene geht es um die Frage, welche Menge Kohlendioxid freigesetzt wird, wenn wir Services wie beispielsweise Flugreisen in Anspruch nehmen. In unserem jährlichen Sustainability Report analysieren wir sehr genau, wo die Belastungen anfallen. Wenn man das weiß, kann man an den kritischen Punkten ansetzen.

CW: Und die wären?

Graf: Zum Beispiel entfällt ungefähr die Hälfte unserer Emissionen auf in Anspruch genommene Dienstleistungen. Dazu gehören neben Flugreisen beispielsweise auch Mietwagen oder die Papierproduktion, aber auch die Luftverschmutzung, die durch das Pendeln unserer Mitarbeiter in Privatwagen entsteht. Nun kann man den Kollegen nicht verbieten, zu fliegen. Es geht vielmehr darum, intelligente Alternativen zu finden. In diesem Kontext haben wir beispielsweise mit unserem Partner Cisco unsere Telepresence-Fähigkeiten massiv ausgebaut. Bis Ende des Jahres werden wir weltweit 20 solcher Systeme installiert haben. Damit können wir auf viele Flugreisen verzichten. Das hilft nicht nur der Umwelt. Natürlich sparen wir damit auch Zeit und Geld.

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