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Data Center & Server

Green IT

Der Druck auf die IT wächst

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von Jan-Bernd Meyer(COMPUTERWOCHE-Redakteur)

Neue Technik braucht mehr Energie

Global ergibt sich kein anderes Bild: Verbrauchten im Jahr 2000 rund 14 Millionen Server weltweit etwa 58 Milliarden Kilowattstunden Energie, so werden 2010 dreimal so viele Server 216 Milliarden Kilowattstunden benötigen. Gerade erst hat das Marktforschungsunternehmen IDC alarmierende Zahlen bekannt gegeben: Einer aktuellen Studie vom Oktober 2008 zufolge ist der Energieverbrauch von Servern und Data Center in Europa von 2007 im Vergleich zu 2006 um satte 13 Prozent gestiegen.

IDC-Analyst Giorgio Nebuloni erklärt das zum unwesentlicheren Teil mit der wachsenden Zahl von Servern: "Verantwortlich für den immensen Hunger nach Energie sind vor allem technische Weiterentwicklungen wie die in aller Regel zum Einsatz kommenden Multicore-Prozessoren in den Maschinen." Die Anstrengungen, die die IT-Industrie aufbringe, um energieeffiziente Komponenten zu erfinden und zu entwickeln, reichten nicht aus, um den gesteigerten Energieverbrauch heutiger Server zu kompensieren.

Straßenbeleuchtungen und Ampeln

2007 verschlangen in Westeuropa nach IDC-Berechnungen allein Server mehr als 16,3 Terawattstunden (= 16,3 Milliarden Kilowattstunden) an Energie. Das sei mehr als zweimal so viel Elektrizität, wie nötig wäre, um die Straßenbeleuchtungen und Verkehrsampeln in ganz Großbritannien zu befeuern. Alle Data Center in Westeuropa zusammen haben 2007 nach IDC-Schätzungen 40 Terawattstunden überschritten.

Es gibt also gewichtige Gründe für die ITK-Branche, sich des Themas Umweltbelastung ernsthaft anzunehmen. Bislang verkommt "Green IT" allerdings noch oft zum inhaltsleeren Schlagwort für Hersteller-PR. Wahrscheinlich auch deshalb hat sich Gartner-Analyst Simon Mingay von dem Begriff, den er 2003 selbst prägte, losgesagt. Er spricht heute etwas sperriger von "Environmentally Sustainable IT" - was das grundsätzliche Anliegen und die elementare Herausforderung für die ITK-Branche auch besser umreißt.

Experten wie Peter Foster, Director von The Green IT Report, oder Bitkom und BMU in ihrem Leitfaden "Energieeffizienz im Rechenzentrum" drücken dabei unisono aus: Moderne Informationstechnik kann wesentlich zur Reduktion der CO2-Emissionen beitragen.

Und es gibt auch schon einige Unternehmen, die begonnen haben, ihre IT grüner zu betreiben (siehe Kasten "Heizen, was das RZ hält"). Bei dem von der computerwoche ausgerichteten Wettbewerb zum CIO des Jahres bewerben sich immer mehr Top-IT-Verantwortliche sowohl aus Behörden als auch aus Großkonzernen mit Green-IT-Projekten. Die Experton Group geht davon aus, dass von 2007 bis 2010 der Markt für Green IT im Schnitt um 66 Prozent wachsen wird. Anwender würden zunehmend darauf achten, wie viel Energie IT-Produkte wie PCs, Server, Speicher oder etwa Infrastrukturkomponenten wie Switches (siehe Seite 20 "Das Netz - der heimliche Stromfresser") verbrauchen. Gartner prophezeit, dass innerhalb der kommenden zwei Jahre drei von vier Unternehmen Umweltaspekte in ihre IT-Planungen einbeziehen werden.

Insbesondere Einkäufern in Bund, Ländern und Kommunen ist die Bedeutung der Energieeffizienz von IT-Systemen in den vergangenen Jahren zunehmend bewusst geworden. Der Branchenverband Bitkom, das BMU, das Beschaffungsamt des Bundesministeriums des Innern (BMI) sowie das IT-Amt der Bundeswehr haben deshalb ein gemeinsames Beschaffungsportal für IT-Produkte eingerichtet. Hier kann man sich auch über die Umwelteigenschaften von ITK-Produkten informieren.

(2 Beiträge), 
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vonx
CO2 ein Klima-Gift? Diese Frage ist unerheblich, wenn man versucht, den Ressourcenverbrauch von oder mit Hilfe von ICT zu verringern. Das kann man auch rein ökonomisch betrachten. Bestenfalls hat "Green ICT" eben auch auf das Klima ne positive Auswirkung, muss es aber nicht, um sinnvoll zu sein. zum Beitrag

Sixtl15
Seltsam, immer wieder werden Schreckgeschichten über das ach so giftige CO2 verbreitet. Der Anteil an CO2 in der Atmosphäre ist genau 0,38 % und in den letzten 100 Jahren um 0,04 % angestiegen, wogegen der Anteil des Wasserdampfes zwischen 2 und 4 % schwankt, aber außer Acht gelassen wird. Zur Panik dürfte also wenig Grund bestehen. Aber Angst und Panik sind immer schon gute Grundlagen für gute Geschäfte gewesen. Im Mittelalter die Angst vor Sündenstrafen für den Ablaßhandel nun die Angst vor CO2-Sünden und deren Folgen, damit läßt sich der breiten Bevölkerung das Geld prächtig aus der Tasche ziehen. zum Beitrag


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