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Apple im Unternehmen

Nicht jeder ist Axel Springer

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von Jan-Bernd Meyer(COMPUTERWOCHE-Redakteur)

Unternehmen sind für Apple kein Heimspiel

Also hält Apple jetzt im großen Stil Einzug in Unternehmen? Natürlich nicht. Die real existierende Welt der Arbeitsplatzrechner und Notebooks in Unternehmen ist von Windows-PCs geprägt. In einer Untersuchung, die Forrester-Research-Analyst Benjamin Gray im November 2007 veröffentlichte, belegt der Marktforscher, dass Apple in Konzernen so gut wie nicht existent ist. Die Frage, von welchem Hersteller sie in den vergangenen zwölf Monaten Desktops gekauft haben, beantworteten 565 PC-Entscheidungsträger in US-Firmen und europäischen Konzernen ganz eindeutig: Bei möglichen Mehrfachnennungen hatten sich 54 Prozent für Dell, 27 Prozent für Hewlett-Packard und 15 Prozent für Lenovo als Hardwarelieferant entschieden. Apple kauften gerade mal zwei Prozent - genauso viele wollten Systeme von Fujitsu-Siemens. Acer, Sony und Toshiba blieben mit Ein-Prozent-Nennungen noch weiter unter ferner liefen. Ein fast identisches Ergebnis lieferte die gleiche Frage nach Mobilrechnern. An diesem Kaufverhalten wird sich, so eine weitere Aussage der IT-Verantwortlichen, auch in Zukunft wenig ändern.

Thomas Mendel, wie Gray Analyst bei Forrester Research, kommt in einer weiteren Untersuchung zu dem Ergebnis, Macs könnten als kommerzielle Arbeitsplatzrechner vernachlässigt werden. Mendel schreibt in seinem Report, zwar habe Apple 2007 im Unternehmensumfeld ein großes Jahr erlebt und seinen Anteil an Rechnern in Unternehmen auf 4,2 Prozent verdreifacht. Trotzdem beschränke sich die Verbreitung von Apple-Systemen auf Enthusiasten und kleine Arbeitsgruppen. Standardisierung sei das Credo von IT-Abteilungen, Macs würden hier einfach zu viele Probleme schaffen.

Mac Mini und Powerbooks stark in privaten Haushalten

Auch Gartner-Analyst Ranjit Atwal betont, dass der Deal, den Axel Springer jetzt mit Apple geschlossen hat, nicht auf alle Unternehmen projiziert werden kann. Solch eine Komplettumstellung auf Macs lasse sich nur in Konzernen bewerkstelligen, die keine ausufernde und komplexe Anwendungslandschaft mit Hunderten, wenn nicht Tausenden von Anwendungen nutzen. In einem derartigen Unternehmen wäre eine Umstellung von Wintel-PCs auf Apple-Maschinen kaum anzuraten.

Wolfgang Grandjean, Marketing-Leiter bei der Wilken GmbH, würde zu gern in seinem Unternehmen Apple einsetzen. Aber es fehlt an konmmerziellen Anwendungen auf den Macs.
Wolfgang Grandjean, Marketing-Leiter bei der Wilken GmbH, würde zu gern in seinem Unternehmen Apple einsetzen. Aber es fehlt an konmmerziellen Anwendungen auf den Macs.
Wolfgang Grandjean, Marketing-Leiter bei der Wilken GmbH, würde zu gern in seinem Unternehmen Apple einsetzen. Aber es fehlt an konmmerziellen Anwendungen auf den Macs.

Die Zahlen für den PC-Markt, die Gartner für das zweite Quartal 2008 gerade erst veröffentlicht hat, scheinen - zumindest was die USA angeht - diesen Aussagen zu widersprechen. Dort nämlich ist die Zahl der verkauften Apple-Rechner um 38,1 Prozent gestiegen. Kein anderer Anbieter konnte solch ein Wachstum melden. Mittlerweile steht die Jobs-Company in der neuen Welt bezogen auf die Marktanteile mit 8,5 Prozent bereits auf Rang drei - allerdings weit hinter Marktführer Dell (31,9 Prozent) und Hewlett-Packard (25,3 Prozent). Doch die Zahlen könnten missverständlich sein: Verantwortlich für die großen Zuwächse ist laut Gartner der Heim-PC-Markt, "der weiterhin die stärkste treibende Kraft für Apple ist". Daneben verdankt Apple dem Ausbildungsmarkt das sehr gute Ergebnis in den USA.

Mit anderen Worten: Noch ist Apple als PC-Alternative im kommerziellen Umfeld eine vernachlässigbare Größe. Das hat seine Gründe in der Strategie des Apple-Chefs Steve Jobs. Dieser hat das Unternehmen ganz eindeutig auf den Markt der Konsumenten ausgerichtet. Bekannt sind seine Aussagen, dass es für Apple wie für jedes Unternehmen schwer ist, auf beiden Hochzeiten - Consumer- und Unternehmensmarkt - zu tanzen. Indirekt geben ihm die Erfahrungen der PC-Schwergewichte Dell, HP, Lenovo etc. Recht. Dell ist nach wie vor im Consumer-Umfeld nur unauffällig vertreten, Lenovo steht erst am Beginn einer Karriere im Privatkundensegment, und HP hat sich über Jahre im knallharten Geschäft der Massenmärkte à la Saturn Hansa, Media Markt etc. immer wieder eine blutige Nase geholt. Erst seit gut einem Jahr beginnt das Unternehmen, sich hier fest zu etablieren - seit neuestem interessanterweise auch mit einer "Apple"-Strategie und dem Fokus auf schicke Maschinen wie dem "HP Touchsmart". Hier kopiert HP sogar Softwareideen zur Benutzeroberfläche, wie sie Apple mit seinen iPhones realisierte hat.

(4 Beiträge), 
Kommentieren
sap_bw
Bei Springer kommt der MacOS aber mit Windows! Hahahaha! zum Beitrag

SVW
Apropos BILD: Nette Aktion zum Thema "minderwertig" auf der Gamestar-Site: http://www.gamestar.de/kolumnen/1947277/bild_zeitung.html zum Beitrag

jolly
Jaja, dann können die Bild-Redakteure ihre minderwertigen Beiträge wenigstens an vermeintlich hochwertigen Rechnern schreiben. Mausschubser am Mac, kann ich nur sagen. Passt ja. zum Beitrag

jonas
Nicht jeder ist Axel Springer. Und wir schon gleich gar nicht. Ich will auch nen iMac auf meinem Schreibtisch. Und Mac OS. Einfach das schönere Fenster zur WWWelt. zum Beitrag


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