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Grün ist in

Teurer Strom fördert den Green-IT-Trend

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von Jan-Bernd Meyer (COMPUTERWOCHE-Redakteur)

Gute Noten fürs Recycling

Geht es um die Wiederaufbereitung (Recycling) von IT-Gerätschaft, ist es um das grüne Gewissen der befragten Unternehmen sehr gut bestellt. Von den 738 teilnehmenden Firmen lassen sechs Prozent ausgemusterte PCs, Server und Speicher durch den Hersteller entsorgen, 41 Prozent greifen hier auf die Dienstleistungen eines anderen Recycling-Spezialisten zurück, und 35 Prozent nehmen sowohl solche Entsorgungsspezialisten als auch den jeweiligen Hersteller in die Pflicht. Nur noch 19 Prozent aller befragten Betriebe haben sich in Sachen Recycling keine Gedanken über ihren Computerschrott gemacht.

Fragt man die Unternehmen, warum sie ökologische Aspekte in ihre IT-Planspiele einbeziehen, so drängt sich eine Antwort auf: Die meisten haben den Wunsch, Kosten zu senken. 65 Prozent aller Firmen argumentierten, sie wollten mit einer Green-IT-Strategie die Energieausgaben reduzieren. Vor einem halben Jahr hatten so 55 Prozent geantwortet. Das zweithäufigste Argument erfüllt dann etwas überraschend ein Klischee: Man wolle etwas dazu beitragen, der Umwelt Gutes zu tun, erwiderten vier von zehn Befragten. Allerdings hatte sich so im Oktober 2007 immerhin noch die Hälfte aller Befragten geäußert.

Grüne IT - gute Werbebotschaft

Jedes dritte Unternehmen entschließt sich zu ökologischem Handeln, weil es entsprechende grüne Richtlinien besitzt oder weil es die Ausgaben des IT-Betriebs senken will. Ganz unten auf der Skala der Beweggründe, sich ökologisch zu engagieren, steht übrigens für IT-Verantwortliche das Argument, sich so von der Konkurrenz abzuheben. Nur jeder Zehnte glaubt laut Forrester, durch ein grünes Bewusstsein Wettbewerbsvorteile zu ergattern. Das ist insofern eine interessante Erkenntnis, als eine nicht ganz unbekannte Bank schon mit dem Argument warb, ihr Rechenzentrum sei grün, ihre Kunden könnten also der Umwelt dienen, wenn sie bei ihr ein Konto führten. Angeblich soll das Finanzinstitut mit diesem Argument Konkurrenten 10 000 Kunden abgejagt haben. Das Gerücht besagt weiter, dass das RZ dieser cleveren Bank weniger grün sein soll, als das Werbeargument gut war. (jm)

Die Befragungsmethode

Die Technologieberater und Marktforscher von Forrester Research haben untersucht, wie IT-Verantwortliche über Green IT denken und wie ökologisches Bewusstsein alltägliche Entscheidungen beeinflusst. Nachdem sie ihre Untersuchung "Global Green IT Online Survey" im April und im Oktober 2007 betrieben, haben die Forrester-Marktbeobachter IT-Verantwortlichen nun zum dritten Mal die grüne Gretchenfrage gestellt.

Forrester Research hat 738 Unternehmen in den USA (43 Prozent davon aus dieser Region), Europa (24 Prozent), Asien-Pazifik (15 Prozent) und "dem Rest der Welt" (18 Prozent) befragt. 71 Prozent der Unternehmen beschäftigen mehr als 1000 Mitarbeiter, sieben Prozent zwischen 500 und 999 und 22 Prozent unter 500 Angestellte.

Aus dem Finanzdienstleistungs- und Versicherungswesen kamen 22 Prozent der Antworten, aus dem Hightech-Bereich 21 Prozent. 18 Prozent der antwortenden Unternehmen stammen aus dem Business-Services-Segment. Der öffentliche Sektor war mit 13, das produzierende Gewerbe mit elf Prozent vertreten. Firmen aus den Bereichen Medien, Telekommunikation und Groß- und Einzelhandel nahmen in geringerem Maß an der Forrester-Untersuchung teil.

Die Ergebnisse sind schon deshalb bemerkenswert, weil die Zahl der Unternehmen, die sich an der Befragung beteiligten, erheblich gestiegen ist. Bei der aktuellen Untersuchung gaben 738 Unternehmen Stellungnahmen zu den Green-IT-Konzepten in ihren Betrieben ab. Bei den vorangegangenen Erhebungen waren es 124 respektive 130 Teilnehmer gewesen. Forrester wertet bereits diesen Umstand als Beleg für das zunehmende Interesse an Ökologiethemen in der IT.

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