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Karriere-Ratgeber 2007 - Gerhard Humbert, HSC Personalmanagement

Vom 1. bis 14. Februar betreut Gerhard Humbert von HSC Personalmanagement das Online-Karriereforum der COMPUTERWOCHE. Unsere Leser können dem IT- und Personalexperten Fragen rund um die IT-Karriere stellen.

Der promovierte Diplom-Mathematiker begann seine Karriere als Entwickler, Unternehmensberater und Projektleiter bei Heyde & Partner (später Heyde AG). Anschließend wechselte Humbert zur IMS Data in Frankfurt (heute IMS Health Care), wo er unter anderem Abteilungsleiter Post Marketing Surveillance und später Director Technical Support Services war. 1993 ging er zu Dun & Bradstreet Deutschland (früher Dun & Bradstreet Schimmelpfeng). Bei dem Finanzdienstleister betreute Humbert als Director IT die Firmen-IT und leitete unternehmenskritische Projekte, unter anderem technische Produkteinführungen, Optimierungen und Rationalisierungen der technischen Infrastruktur, Rechenzentrumsumstellungen und Outsourcing-Projekte.

Seit 2005 ist der IT-Profi als selbständiger Personalberater und als Niederlassungsleiter (Wiesbaden) von HSC Personalmanagement tätig. HSC Personalmanagement berät Unternehmen aus allen Bereichen der Wirtschaft bei der Besetzung von Spezialisten, Führungskräften und Spartenleitern. In den kommenden zwei Wochen beantwortet der IT- und Personalexperte alle Leserfragen rund um den Berufseinstieg, Jobwechsel, Bewerbung oder Karrierechancen in der Hightech-Industrie.


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  #1  
Alt 03.02.2007, 22:10
 
Registriert seit: 03.02.2007
Beiträge: 1
Standard Einstiegsgehalt Master Wirtschaftsinformatik

Hallo Herr Humbert,
Hallo Forum,

ich versuche mir zuletzt eine Frage zu beantworten aber ich komme nicht wirklich weiter. Was kann man eigentlich als Einstiegsgehalt nach einem Master in Wirtschaftsinformatik in Bayern verlangen/erwarten?

Es gibt viele aktuelle Studien, wo es sich um Einstiegsgehälter handelt, aber dort werden nicht wirklich die Region, und der Master Abschluss berücksichtigt. Also fällt es mir schwer die Frage :
„Welche meine Gehaltsvorstellungen sind“ zu beantworten.

- Welche Rolle spielt der Master Abschluss im Einstiegsgehalt? Wieviel darf man mehr verlangen?
- Mit den folgenden Angaben, was währe ein realistisches Einstiegsgehalt?

Meine Angaben:

Alter: 24 Jahre
Abschluss: Diplom Informatiker (Uni): Aristoteles Universität Thessaloniki, Griechenland
Abschlussnote: „Sehr Gut“
vorr. Abschluss: Master of Science Information Systems and Management (Wirtschaftsinformatik), FH München
vorr. Abschlussnote: 1.5-2.0
Gebiet: München
Bereiche: IT- Berater , Qualitätssicherung
Berufserfahrung: 2 Jahre Werksstudent im Bereich Integration von Prozessen und Applikationen im Einkauf / Automobilbranche


Vielen Dank für ihre Hilfe.

Viele Grüße,
Valantis
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  #2  
Alt 04.02.2007, 17:21
 
Registriert seit: 01.02.2007
Beiträge: 63
Standard

Hallo Valantis,

Zunächst möchte ich Sie auf den Thread „Einstiegsgehalt Diplom Wirtschaftsinformatiker“ verweisen. Die Antwort, die ich dort gegeben habe, passt im Wesentlichen auch auf Sie, mit dem Unterschied, dass in München die Gehälter (aber auch die Lebenshaltungskosten) zu den Spitzenreitern in Deutschland gehören.
Für IT-Berater oder Qualitätssicherer sehe ich eine insgesamt etwas größere Bandbreite bei den Einstiegsgehältern. „IT-Berater“ ist ein relativ unspezifisches Berufsbild, hinter dem sich alles vom Verkäufer bis zum Programmierer verbergen kann, während der Wert der Qualitätssicherung als eigenständige Funktion in den Firmen, abhängig von Größe, Branche, der persönlichen Auffassung der Entscheidungsträger usw., sehr unterschiedlich beurteilt wird.
Für die Auswirkungen von Feinheiten wie Abschluss (Diplom – Master) oder Note (1,8-2,3 oder 1,5-2,0) fehlen mir die Anhaltspunkte – ich denke nicht, dass sich das beim Gehalt groß auswirkt. Die Note könnte sich in der ersten Phase des Bewerbungsverfahrens auswirken, wenn eine große Zahl von Kandidaten zur Auswahl steht, die sich nur in den Noten unterscheiden.

Und nun zu Ihren speziellen Fragen:

- Eine spürbare Auswirkung des Master-Abschlusses auf das Gehalt sehe ich nicht. Beim Bewerbungsverfahren insgesamt sehe ich in einigen Fällen ein Potenzial für Vor- oder Nachteile.
Vorteile möglicherweise bei internationalen Firmen, vor allem, wenn Sie auch für Auslandseinsätze vorgesehen sind oder wenn Sie sich von vornherein auf eine Auslandsstelle beworben haben.
Nachteile eventuell bei manchen kleineren Firmen, die sich unter dem Abschluss Master nichts vorstellen können und daher die traditionellen deutschen Abschlüsse der Universitäten oder Fachhochschulen bevorzugen.

- Zur Frage Universitäts – oder FH-Abschluss kann ich mich nicht fundiert äußern. Es gab mal die Assoziationen Uni = Theorie, „Elite“, FH = Praxis, sowohl bei Studenten als auch bei Firmen, aber ich denke nicht, dass es das als strenges Unterscheidungsmerkmal noch gibt.
Wie sehen das die Uni- und FH-Absolventen? Was haben Sie für Erfahrungen in dieser Hinsicht gemacht?

- Sie sind Grieche, nehme ich an, und werden sowohl einen griechischen Universitäts- als auch einen deutschen FH- und Masterabschluss haben. Das sind gute Voraussetzungen für eine internationale Karriere, vor allem bei griechischen Firmen oder anderen internationalen Firmen, für die Griechenland eine strategische Rolle spielt. Das gilt vor allem, wenn Sie neben deutsch und griechisch auch englisch und andere Sprachen beherrschen.

- Für mich ist der Zusammenhang zwischen Ihrer Tätigkeit als Werksstudent und Ihrem Studium nicht klar zu sehen. Wenn es diesen Zusammenhang gibt, können sich die 2 Jahre als sehr wertvoll für Ihre Karriere, vielleicht sogar für Ihr Einstiegsgehalt erweisen (wenn Sie die als Werksstudent gemachten Erfahrungen als verwertbare Berufserfahrungen verkaufen können).

Auch Ihnen möchte ich abschließend ans Herz legen, sich vor allem auf eine ordentliche Bewerbung zu konzentrieren, sowohl auf die Unterlagen als auch auf die persönliche Vorstellung. Für Sie mag das Gehalt im Vordergrund stehen – Ihr potenzieller Arbeitgeber fragt sich vor allem, ob sich die Investition in Sie lohnt!

Viele Grüße
Gerhard Humbert
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  #3  
Alt 13.02.2007, 19:46
 
Registriert seit: 16.07.2004
Beiträge: 170
Standard

Zitat:
Zitat von Valantis
Hallo Herr Humbert,
Hallo Forum,

ich versuche mir zuletzt eine Frage zu beantworten aber ich komme nicht wirklich weiter. Was kann man eigentlich als Einstiegsgehalt nach einem Master in Wirtschaftsinformatik in Bayern verlangen/erwarten?

Es gibt viele aktuelle Studien, wo es sich um Einstiegsgehälter handelt, aber dort werden nicht wirklich die Region, und der Master Abschluss berücksichtigt. Also fällt es mir schwer die Frage :
„Welche meine Gehaltsvorstellungen sind“ zu beantworten.

- Welche Rolle spielt der Master Abschluss im Einstiegsgehalt? Wieviel darf man mehr verlangen?
- Mit den folgenden Angaben, was währe ein realistisches Einstiegsgehalt?

Meine Angaben:

Alter: 24 Jahre
Abschluss: Diplom Informatiker (Uni): Aristoteles Universität Thessaloniki, Griechenland
Abschlussnote: „Sehr Gut“
vorr. Abschluss: Master of Science Information Systems and Management (Wirtschaftsinformatik), FH München
vorr. Abschlussnote: 1.5-2.0
Gebiet: München
Bereiche: IT- Berater , Qualitätssicherung
Berufserfahrung: 2 Jahre Werksstudent im Bereich Integration von Prozessen und Applikationen im Einkauf / Automobilbranche


Vielen Dank für ihre Hilfe.

Viele Grüße,
Valantis
Wenn man sich in München als IT-Consultant bewirbt, dann sollte man schon eine Bandbreite zwischen 45.000 und 48.000 brutto p.a. fest einplanen, je nachdem ob man sich bei einer kleinen mittelständischen Unternehmensberatung, oder bei einer großen IT-Consulting-Firma Marke Accenture, Cap Gemini, Bearing Point etc. bewirbt. Unter 45.000 sollte man in München keinen Kontrakt unterzeichnen, weil dann lebt man wirklich im absoluten Mittelmaß, was evtl. die Eigenmotivation schmälern und die Arbeitsleistung auf Dauer senken könnte. Als IT-Consultant muß man sich Erfolgserlebnisse und positive Erfahrungen im privaten Umfeld generieren, um den Streß, der oftmals im Beruf auftaucht auszugleichen. Für die positiven Erlebnisse ist aber schon eine minimale Liquiditätsdecke vonnöten, sonst muß man wie das gewöhnliche Volk den Samstag Abend in der Alabamahalle oder im Kunstpark Ost anstatt im Paulaner P1 oder im Pascha verbringen.

Geändert von Lord_British (13.02.2007 um 20:07 Uhr)
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  #4  
Alt 13.02.2007, 21:04
 
Registriert seit: 09.03.2006
Ort: Hamburg
Beiträge: 74
Standard

Zitat:
Zitat von Lord_British
Wenn man sich in München als IT-Consultant bewirbt, dann sollte man schon eine Bandbreite zwischen 45.000 und 48.000 brutto p.a. fest einplanen, je nachdem ob man sich bei einer kleinen mittelständischen Unternehmensberatung, oder bei einer großen IT-Consulting-Firma Marke Accenture, Cap Gemini, Bearing Point etc. bewirbt. Unter 45.000 sollte man in München keinen Kontrakt unterzeichnen, weil dann lebt man wirklich im absoluten Mittelmaß, was evtl. die Eigenmotivation schmälern und die Arbeitsleistung auf Dauer senken könnte. Als IT-Consultant muß man sich Erfolgserlebnisse und positive Erfahrungen im privaten Umfeld generieren, um den Streß, der oftmals im Beruf auftaucht auszugleichen. Für die positiven Erlebnisse ist aber schon eine minimale Liquiditätsdecke vonnöten, sonst muß man wie das gewöhnliche Volk den Samstag Abend in der Alabamahalle oder im Kunstpark Ost anstatt im Paulaner P1 oder im Pascha verbringen.
Wo Du schon Namen nennst - bei Accenture wirst Du m.W. als Absolvent die von Dir genannten Zahlen nicht erreichen können. Auch bei vielen anderen werden sich die Angebote wohl zumindest leicht unter 45.000€ bewegen...
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  #5  
Alt 14.02.2007, 18:19
 
Registriert seit: 16.07.2004
Beiträge: 170
Standard

Zitat:
Zitat von Leuchtturm
Wo Du schon Namen nennst - bei Accenture wirst Du m.W. als Absolvent die von Dir genannten Zahlen nicht erreichen können. Auch bei vielen anderen werden sich die Angebote wohl zumindest leicht unter 45.000€ bewegen...
Wir haben uns wohl mißverstanden? Ich hab keine Infos auf IST-Datenbasis. Ich hab nur einen erwünschten SOLL-Zustand beschrieben. In München zu wohnen und unter 45.000 p.a. zu verdienen ist keine gute Ausgangssituation. V.a aus Risikoüberlegungen heraus muß das rational entscheidende Individuum sich überlegen, was passiert, wenn man die 6 Monate Probezeit nicht übersteht und plötzlich arbeitslos wird? Alg 1 gibt's erst nach 1 Jahr, d.h. man ist auf Alg 2 @ Hartz 4 angewiesen. Mit 345 € pro Monat wird man in München genau 1 Woche überleben. Und es kann einen erwischen trotz guter Leistungen in den ersten 6 Monaten, einfach weil z.B. einem Vorgesetzten die eigene Nase nicht paßt. Daher wird jemand, der das µ-Sigma-Prinzip kennt, wohl nicht seinen Berufseinstieg in München wagen. Und wenn man a bisserl Berufserfahrung gesammelt hat und die großen IT-Beratungen in München einem nicht mind. 45-50.000 p.a. anbieten, dann sollte man sich gen Ausland orientieren. Dort kann man dank fehlender Zwangssozialabgaben und einen funktionierenden, effizienten Arbeitsmarkt viel sorgenfreier leben und hat mehr Netto pro Monat übrig. Aber jeder muß wissen, wie die eigene Nutzenfunktion ausschaut. Es soll Leute geben, die nicht rechnen können, sondern nach München ziehen weil es ja eine so tolle und schöne Stadt ist. Aber spätestens wenn man heiratet, wird man evtl. gezwungen einen vollständigen Finanzplan aufzustellen, aber dann ist man leider nicht mehr so mobil und kommt wahrscheinlich gar nicht mehr weg.
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  #6  
Alt 15.02.2007, 08:06
 
Registriert seit: 01.06.2006
Beiträge: 35
Standard

Zitat:
Zitat von Lord_British
Wir haben uns wohl mißverstanden? Ich hab keine Infos auf IST-Datenbasis. Ich hab nur einen erwünschten SOLL-Zustand beschrieben. In München zu wohnen und unter 45.000 p.a. zu verdienen ist keine gute Ausgangssituation. V.a aus Risikoüberlegungen heraus muß das rational entscheidende Individuum sich überlegen, was passiert, wenn man die 6 Monate Probezeit nicht übersteht und plötzlich arbeitslos wird? Alg 1 gibt's erst nach 1 Jahr, d.h. man ist auf Alg 2 @ Hartz 4 angewiesen. Mit 345 € pro Monat wird man in München genau 1 Woche überleben. Und es kann einen erwischen trotz guter Leistungen in den ersten 6 Monaten, einfach weil z.B. einem Vorgesetzten die eigene Nase nicht paßt. Daher wird jemand, der das µ-Sigma-Prinzip kennt, wohl nicht seinen Berufseinstieg in München wagen. Und wenn man a bisserl Berufserfahrung gesammelt hat und die großen IT-Beratungen in München einem nicht mind. 45-50.000 p.a. anbieten, dann sollte man sich gen Ausland orientieren. Dort kann man dank fehlender Zwangssozialabgaben und einen funktionierenden, effizienten Arbeitsmarkt viel sorgenfreier leben und hat mehr Netto pro Monat übrig. Aber jeder muß wissen, wie die eigene Nutzenfunktion ausschaut. Es soll Leute geben, die nicht rechnen können, sondern nach München ziehen weil es ja eine so tolle und schöne Stadt ist. Aber spätestens wenn man heiratet, wird man evtl. gezwungen einen vollständigen Finanzplan aufzustellen, aber dann ist man leider nicht mehr so mobil und kommt wahrscheinlich gar nicht mehr weg.
Hallo,
ich glaube es ist eigentlich egal, in welcher Stadt man seinen Berufseinstieg vollzieht, ob nun München, Frankfurt oder Hamburg, die meisten der großen IT-Consulting-Firmen haben dort Standorte und bei Accenture war es so gewesen, dass man sich nach der Zusage seinen Heimatstandort auswählen konnte. Und dabei können verschiedene Faktoren wichtig sein. Mal abgesehen davon braucht man als Consultant teilweise nicht mal eine eigene Wohnung an seiner Heimatlocation, man ist sowieso fast die gesamte Zeit auf dem Projekt und wohnt im Hotel oder der Projektwohnung. Ich kenne da verschiedene Beispiele, die dann am Wochenende bei Ihren Eltern oder Freunden wohnen (bzw. am WE vor Ort bleiben) und in der Woche halt auf dem Projekt sind. Problematisch ist dann bloß, wenn man in seiner Heimatlocation ein Projekt bekommt, da dann diese Zusatzleistungen nicht mehr gewährt werden.
Auch sollte beim Gehalt berücksichtigt werden, das 55K€ in München weniger wert sind als 50K€ in Berlin.
Wer ins Ausland gehen möchte, sollte andere Gründe haben, als eine nicht erfüllte Gehaltsvorstellung, ansonsten wird man da nicht glücklich werden.
Ob man nun verheiratet ist oder nur eine Beziehung hat, man ist dann sowieso unflexibeler, was du meinst, ist wahrscheinlich die Familie, dann sollte man sowieso seine Ausgaben und Einnahmen im Überblick haben.
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