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  #1  
Alt 10.05.2004, 09:17
 
Registriert seit: 10.05.2004
Beiträge: 4
Standard Hochschulabsolventin mit miesen Noten

Mein FH-Studium (Wirtschaftsinformatik) ist bald um. Leider mit nicht allzu prächtigen Noten. Aus eben diesem Grund hatte ich jetzt schon ein riesiges Problem, auch "nur" eine Diplomarbeitssstelle zu finden. Da nun aber die richtige Jobsuche ansteht, habe ich einige Fragen: ich gehe ja mit 2 schlechten Voraussetzungen auf die Bewerbung zu( frisch von der FH + mieses Zeugnis). Wie überzeuge ich die Firmen trotzdem von mir??
Und ist es besser, sich bei großen Konzernen zu bewerben oder eher bei kleinen Unternehmen (in Hinsicht auf meine beiden Probleme)??
Vielen Dank für Ihre Antwort!
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  #2  
Alt 10.05.2004, 09:56
 
Registriert seit: 10.05.2004
Beiträge: 4
Standard Nachtrag

Ich würde mich auch freuen, wenn mir jemand antwortet, der vielleicht schon im Beruf ist, der aber ähnlich Voraussetzungen hatte wie ich. Danke.
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  #3  
Alt 10.05.2004, 15:24
 
Registriert seit: 10.03.2004
Beiträge: 6
Standard Re: Hochschulabsolventin mit miesen Noten


Hi Studentin,

ich selbst habe Informatik studiert, im Schnitt mit einer 2 das Studium abgeschlossen, aber z.B. eine meiner Hauptfachprüfungen mit ner 4 ziemlich versemmelt. Insgesamt sind meine Noten also eher durchwachsen, meine Diplomarbeit hat meine Gesamtnote noch rausgerissen. Ich hab bei meinen Bewerbungsunterlagen etwas "getrickst" in dem ich einen vorläufigen Notenauszug abgeliefert habe, in dem z.B. die schlechte Hauptfachprüfung noch nicht drin stand, um nicht gleich aussortiert zu werden. In den eigentlichen Gesprächen habe ich dann die Erfahrung gemacht, dass es generell nur drum ging, wie ich mein Studium "verkauft" habe; sprich dass meine praktischen Erfahrungen (4 Jahre Teilzeit aber durchgehend gearbeitet) deutlich höher gewichtet waren und meine Noten so sicherlich entschuldigt wurden. Das war allerdings vor 2 Jahren so, mittlerweile (so hört man) ist es ja wohl etwas schwieriger geworden.

Ich habe mich letztens mit dem GF eines mittelständischen SW-Hauses (ca. 100 MA) unterhalten, wonach er "einstellt". Dabei hat mich seine Antwort doch sehr überrascht. Er gewichtet den Notendurchschnitt auf 50-70%. Selbst bei Personen, die bis zu 10 Jahre Berufserfahrung haben. Seiner Erfahrung nach, ist der Trend, der sich vom Abiturzeugnis bis zum Studium durchzieht, ein wichtiger Indikator. Sprich deutlich: Wer mit ner 3 durch Schule und Studium gekommen ist, wird auch im Beruf nur mittelmäßiges leisten. Ausreißer sind dabei erlaubt, so ist eine 4 in Deutsch nicht schlimm, wenn man hinterher Informatik studiert hat und seine Stärken also in den Naturwissenschaften hatte; ne 4 im Mathe-Grundkurs ist dagegen schon wieder ein Killerkriterium. Hat mich sehr überrascht, zumal er wie gesagt die Kriterien auch noch an Leute anlegt, die NICHT frisch von der Uni kommen.
Inwieweit das die gänge Praxis ist, kann ich aber nicht beurteilen.

In meinem Fall war es eben wirklich so, dass das vorherige "Berufsleben" die nicht immer optimalen Noten ideal ausgeblendet hat - aber die Mischung macht's halt. Versuch Dich auf jeden Fall in ggf. kommenden Gesprächen gut zu verkaufen; nicht enschuldigen für schlechte Noten, sondern auf Deine Stärken hinweisen, die Du während des Studiums in Praktika etc. bewiesen hast.

Auf jeden Fall wünsch ich Dir viel Erfolg bei der Suche!
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  #4  
Alt 10.05.2004, 17:09
 
Registriert seit: 29.04.2004
Beiträge: 38
Standard Re: Hochschulabsolventin mit miesen Noten

Hallo Studentin,

nun noch eine Antwort von mir als "Personaler" (vielen Dank aber an II2004 für seine Meinung - ich finde es toll, wenn hier nicht nur 1:1 Gespräche stattfinden sondern eine Diskussion entsteht).
Sie haben schon richtig erkannt, dass es sicherlich schwieriger wird mit schlechteren Noten eine geeignete Arbeitsstelle zu finden. Noten sind nicht alles aber oft halt die Eintrittskarte zum Bewerbungsgespräch. Versetzen Sie sich einfach mal in die Lage eines Personalverantwortlichen geeignete Leute zum Bewerbungsgespräch einladen soll. Er kann nur das beurteilen, was aus den Papieren ersichtlich ist und da sind die Noten halt ein sehr guter Anhaltspunkt. Genau da liegt aber auch Ihre Chance. Versuchen Sie sich mit anderen Punkten interessant zu machen, verkaufen Sie sich. Warum sollte ich Sie nehmen?? Stellen Sie also Ihre Stärken heraus. Natürlich nutzt es aber nichts eine schlechte Note auf Dauer zu verschweigen aber Sie sollten diese natürlich auch nicht zuoberst stellen.
Vielleicht brauchen Sie aber auch die Eintrittskarte Note gar nicht, da sie schon Kontakt zu Firmen haben. Was ist mit den Firmen bei denen Sie Praktika/die Diplomarbeit gemacht haben? Diese kennen Sie und Ihre Leistungen doch bereits, da schaut niemand zuerst auf die Noten. Wenn Sie dort gut waren, dann versuchen Sie doch, ob Sie nicht dort auch einen potenziellen Arbeitgeber finden können.
Ist es mit schlechten Noten nun einfacher in einer grossen oder in einer kleinen Firma?? Da gibt es sicherlich keine einfache Antwort - zumindest weiss ich keine - leichter haben Sie es wohl, wenn Sie sich auf eine Stelle bewerben, auf die nicht waschkorbweise Bewerbungen kommen. Denn bei Stellen mit vielen Bewerbungen ist es leider in vielen Firmen immer noch Usus nach 'Hard-Facts' erst mal eine grobe Vorauswahl zu machen und da spielen die Noten sicherlich eine große Rolle.
Frisch von der FH sehe ich nicht als Problem an - und wenn, dann unterscheidet Sie das nicht von vielen anderen Bewerbern, schliesslich gibt's viele Leute die frisch von der Hochschule kommen.
Also, stellen Sie sich positiv dar (ohne zu lügen), was macht Sie interessant, was können Sie besser als andere, warum schaue ich vielleicht über den ein oder anderen Ausreisser in den Noten hinweg. Und nutzen Sie ausserdem Ihr Netzwerk.

@II2004:
Zum Thema Noten vor dem Studium:
Ja, auch ich schaue gerne auf Noten die schon länger zurückliegen. Warum? Es zeigt einfach eine gewisse Konstanz in der Leistung und in der Regel sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Ausbildungsabschnitten nicht so gross. Außerdem sehe ich so, ob jemande nicht nur auf eine Prüfung lernt sondern längere Zeit sich anstrengt. Ich schaue daher sogar gerne auf Fächer die nicht direkt zur Stelle passen. Wenn jemand im Abitur Mathe & Physik Leistungskurs hatte, aber auch in Geschichte und Deutsch gut war, dann zeigt das, dass er sich auch in Themen einarbeiten kann, die ihm/ihr nicht so viel Spass machen oder durch die er/sie sich auch mal durchbeissen muss.
Natürlich darf man's dabei nicht übertreiben, ich gehe nicht all zu weit zurück (bei einem Studenten aber schon bis zum Abi) und der eine oder andere Ausreisser bzw. Schwäche ist schon erlaubt.
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  #5  
Alt 10.05.2004, 20:32
 
Registriert seit: 16.12.2002
Beiträge: 5
Standard Re: Hochschulabsolventin mit miesen Noten

Hallo Studentin,

mir ging es vor zehn Jahren ähnlich - das Studium beendet und mit den Diplom-Noten nicht zufrieden. Es war natürlich nicht ganz leicht, damit den Einstieg in den Beruf zu schaffen. Meine Erfahrungen dazu sind folgende:

Von den großen Unternehmen kamen nur Absagen. Es waren die Kleinen bzw. die Mittelständler, bei denen ich zum Gespräch eingeladen wurde.

Ich habe dann bei einem sehr kleinen Unternehmen angefangen. Dort war meine Persönlichkeit von Anfang an wichtiger als die Noten, da ein kleines Team harmonieren muss.

Bei diesem kleinen Unternehmen habe ich sehr schnell sehr viel Verantwortung übertragen bekommen. Dazu auch die Möglichkeit, die Arbeit auf meine Art zu bewältigen. Ich war wie das ganze Team ständig bei verschiedenen Firmen im Projekteinsatz - als "Lehrjahre" einfach super. Ich konnte meinen Arbeitsstil entwickeln und verschiedenste Firmen-Kulturen kennenlernen.

Nach einigen Jahren habe ich problemlos zu einem großen internationalen Konzern gewechselt und bin seither dort sehr erfolgreich. Bei dieser Stellensuche wurde ich bei weit mehr als der Hälfte meiner Bewerbungen zum Gespräch eingeladen und hatte letztlich die Qual der Wahl. In keinem der Gespräche wurden die Noten auch nur angesprochen. Ein Wechsel "von klein nach groß" ist möglich, auch wenn gelegentlich das Gegenteil behauptet wird. Auch kann ich somit die Aussagen in den anderen Antworten nicht bestätigen, dass Noten nach einer Weile noch eine Rolle spielen. In meinem Fall waren dann eher Berufserfahrung und (Zwischen)zeugnis des Arbeitgebers wichtig.

Ein letzer Gedanke noch, ohne den Studiengang Wirtschaftsinformatik im Detail zu kennen. Vielleicht ist es möglich, zweigleisig zu fahren und díe Tatsache zu nutzen, dass das Studium neben Informatik ja auch BWL Kenntnisse vermittelt - also sich auch mal auf BWL Stellen bewerben. Auch dafür würde ich bessere Chancen bei kleineren Unternhemen sehen - diese brauchen vielleicht BWL und IT Kenntnisse, können aber nur eine Person bezahlen.

Ich wünsche dir viel Erfolg
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  #6  
Alt 11.05.2004, 07:51
 
Registriert seit: 10.05.2004
Beiträge: 4
Standard danke!

Vielen Dank für die vielen langen und hilfreichen Antworten! Ich werde versuchen, das Beste draus zu machen!
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