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  #1  
Alt 13.07.2004, 10:44
 
Registriert seit: 20.10.2003
Beiträge: 8
Standard zukunftssichere Weiterbildung

Hallo Herr Moser,

seit gut 2 Jahren bin ich (34) als SAP-Anwendungsentwickler für eine Unternehmensberatung tätig. Ursprünglich habe ich Bauingenieurwesen (FH) studiert.

Mich interessiert, welche Weiterbildungen Sie in Ihrer Erfahrung nach in meinem Fall empfehlen können. Aufgrund meines Studium habe ich kaum betriebswirtschaftliches Wissen, welches ich natürlich brauche und auch gerne ausbauen möchte. Daher schwebt mir ein Fernstudium (Wirtschaftsinformatik) an der Akad vor, welches aber mit rund 15 TEUR nicht gerade ein Schnäppchen ist. Bisher wurde mir im Grunde eher dazu geraten, mich zu spezialisieren, mir evtl. auch JAVA anzueignen und die SAP-Schiene zum Berater auszubauen. Allerdings kommen mir angesichts der desolaten Lage auf dem Arbeitsmarkt Zweifel, ob die zuletzt genannten Ziele zukunfssicher sind und ob nicht ein zusätzlicher, übergreifender Abschluss im Endeffekt mehr Chancen - auch was die Karriere betrifft - bietet. Wie sehen Sie das?

Besten Dank und eine schöne Zeit

Tom
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  #2  
Alt 13.07.2004, 12:04
 
Registriert seit: 13.07.2004
Beiträge: 3
Standard Initiatvbewerbung

Hallo Herr Moser,



ist es überhaupt sinnvoll sich bei Personalberatern initiativ zu bewerben? Ich habe gehört man hat eine bessere Ausgangssituation, wenn die Headhunter einen anrufen als wenn man sich bei Beratern direkt bewirbt, da die Berater ja dann wissen, dass man auf der Suche ist. Dann kann man nicht so hoch pokern. Außerdem steigt der Marktwert ja bestimmt nicht, wenn man schon längere Zeit in der Kartei ist und man immer noch sucht, da wird man bestimmt aussortiert in Ablage ?Unvermittelbar? und hat sein Pulver verschossen. Ich habe nur gerade das Problem, dass mich kein Headhunter anruft und mich aber schon mal gerne umschauen würde. Was tun?



Mit freundlichen Grüßen



Wolferl


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  #3  
Alt 13.07.2004, 12:56
 
Registriert seit: 28.04.2003
Beiträge: 80
Standard Studium/Spezialisierung

Hallo Tom,

wenn dieses Studium mit 15.000? Ausgaben verbunden ist und Ihr Arbeitgeber Sie dabei nicht unterstützt, sollten Sie sich das lieber 3 Mal überlegen. Haben Sie sich schon die Inhalte des Studiums angeschaut? Was decken Sie jetzt bereits ab, was können Sie durch das Studium noch dazulernen? Ist das was Sie dazulernen können in Ihrem Bereich überhaupt einsetzbar? Wenn Sie sich hauptsächlich betriebswirtschafliches Wissen aneignen wollen, wäre da ein MBA nicht sinnvoller (gibt es übrigens auch als Fernkurs)?

Dies spricht für ein Studium:
Durch ein Studium der Wirtschaftsinformatik bekommen Sie ein breiteres Fundament. Sie können dann leichter, falls sich die Nachfrage nach SAP verändert oder Sie sich verändern wollen, in andere Bereiche wechseln und sind dann breiter aufgestellt, als wenn Sie sich als Quereinsteiger nur in einem Bereich auskennen.

Das spricht gegen ein Studium:
Wenn Sie im SAP-Bereich bleiben wollen, was ich Ihnen nur empfehlen kann, würde ich mich dort durch Weiterbildung immer auf dem Laufenden halten ? das nimmt genug Zeit in Anspruch. Im Moment ist da JAVA und NetWeaver ein Thema. In diesen Bereichen werden Sie auch eher Unterstützung von Ihrem Arbeitgeber bekommen - beim Sponsoring eines Studiums wird Ihnen Ihr Arbeitgeber wahrscheinlich nicht um den Hals fallen. Da ich nicht beurteilen kann, was Sie in punkto betriebswirtschaftliches Wissen noch an Bedarf haben, weiß ich nicht, ob da nicht auch modulare Weiterbildungen ausreichen und es nicht gleich ein ganzes Studium sein muss.

Das Beste wäre natürlich eine Vertiefung, Spezialisierung und ein Studium, ist nur die Frage, ob Sie das vom Aufwand hinbekommen, da wird für Hobbies, Familie oder Freundeskreis nicht mehr all zu viel Zeit bleiben!

Mit freundlichen Grüßen


Markus Moser
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  #4  
Alt 21.07.2004, 14:36
 
Registriert seit: 20.10.2003
Beiträge: 8
Standard Re: zukunftssichere Weiterbildung

Hallo Herr Moser,

vielen Dank für Ihre interessanten Ausführungen...

Viel decke ich an betriebswirtschaftlichem Wissen nicht ab, das erstreckt sich über die Vorgänge/Zusammenhänge im SAP welche durch die Anwendungsentwicklung hauptsächlich im Modul SD zustande gekommen sind und zum Teil eben sehr rudimentär sind. Der Überblick und die Tiefe fehlen...
Das frühere Studium trägt hier nichts dazu bei - daher mein Ansinnen, auch im Hinblick auf verbesserte Karriere-Chancen, ein Fernstudium zu beginnen. Wie Sie schon geschrieben haben, gibt es im SAP-Bereich ohnehin genug, um überhaupt am Ball bleiben zu können...

Können Sie aus Ihrer Erfahrung bestätigen, dass man mit einem zusätzlichen Abschluss/Titel höhere Chancen bei einer Bewerbung hat oder sind schlussendlich 'nur' die Kenntnisse, die bisherigen Tätigkeiten/Projekte usw. von Bedeutung?

Als ich mich in den letzten Tagen nach Fernstudiengängen im Internet umsah, wurde ich überwältigt und verwirrt von den vielen Hochschulen welche Fernstudiengänge anbieten. Können Sie mir sagen/schreiben worauf man achten sollte; inwieweit höhere Kosten auch ein Garant für bessere Betreuung/Stoffvermittlung sind? Hier sind enorme Unterschiede in den Preisen festzustellen. Können Sie bestimmte Studiengänge empfehlen?

Darüber hinaus stellt sich für mich dann auch noch die Frage, wenn es denn ein Fernstudium sein soll, welchen Studiengang ich aufnehmen soll. In Frage kommen meines Erachtens nach: Aufbaustudiengang Wirtschaft zum Wirtschaftsingenieur (FH), Aufbaustudiengang BWL zum Diplom-Kaufmann (FH), Wirtschaftsinformatik (FH), der von Ihnen erwähnte MBA... vielleicht gibt es ja noch mehr Möglichkeiten...?! Was tun, welchen Studiengang wählen? Es wäre jetzt wahrscheinlich zu viel verlangt, Ihnen eine Beurteilung abzuverlangen, aber gibt es nicht beratende Stellen an die man sich wenden kann?

Ich hoffe ich konnte nochmal ein Highlight am Ende dieses Forums setzen und Sie haben auch angesichts des warmen Sommertags noch Kraft meine Fragen zu beantworten...

Vielen Dank für Ihre Bemühungen und weiterhin eine schöne Zeit

Tom
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  #5  
Alt 22.07.2004, 09:44
 
Registriert seit: 28.04.2003
Beiträge: 80
Standard Fernstudium BWL

Hallo Tom,

wenn Sie nur rudimentäres BWL-Wissen haben und das hauptsächlich nur im SD-Bereich, laufen Sie Gefahr, dass Sie da karrieretechnisch in eine Sackgasse laufen. Denn wer weiß, ob SD in Zukunft immer noch so stark gefragt sein wird wie derzeit und nicht mal HR oder CO oder sonst was plötzlich der Renner ist. Da haben Sie natürlich bessere Karten, wenn Sie sich auch bspw. In der Personalwirtschaft oder mit Kennzahlenanalyse auskennen.

Das mit den Titeln/Abschlüssen kann man so pauschal nicht beantworten. Da gibt es Mandanten, die haben in Ihrem Anforderungsprofil sogar die Abiturnoten drin und andere, die nicht mal die Arbeitszeugnisse sehen wollen - schaden kann ein Zertifikat oder Studium auf keinen Fall. Es ist nur eine Frage des Managements, sprich ob Sie alles unter einen Hut bekommen (Finanzierung, Präsenzpflicht, Privatleben).

Bei den ganzen Hochschulen und Fernstudiengängen blicke ich auch nicht mehr durch. Ein Hinweis auf Solidität ist das Prädikat ?staatlich anerkannt?, denn nur dann dürfen Sie den Titel auch führen, ansonsten haben Sie nur ein Stück Papier in der Hand. Ich würde noch auf das Alter der Einrichtung schauen und die Anzahl der derzeitig Studierenden, das sind schon Indikatoren dafür, dass das Angebot so schlecht nicht sein kann.

Ob hohe Preise mehr Qualität garantieren, weiß ich nicht. Ich würde mir an Ihrer Stelle die Einrichtungen vor Ort anschauen und mich individuell beraten lassen. Bereiten Sie sich durch einen Fragenkatalog vor, damit die Ergebnisse vergleichbar sind ? sonst laufen Sie Gefahr, dass Sie sich rein aus dem Bauch heraus entscheiden.

Den Wirtschaftsingenieur (FH), Diplom-Kaufmann (FH), Wirtschaftsinformatik (FH), und der MBA finde ich alle sehr gut, es kommt darauf, wo Sie Ihre Schwerpunkte setzen wollen, dazu müssen Sie sich ausführlich die Studienordnung durchlesen und sich fragen, ob Ihnen der Stoff etwas bringt.

Eine zentrale Beratungsstelle gibt es nicht, deshalb schauen Sie sich alle in Frage kommenden Institute erste einmal im Internet an und vereinbaren dann eine persönliche Beratung vor Ort, das kostet Sie vielleicht 3 Monate und etwas Rumfahrerei, lohnt sich aber, da das Studium ja mit hohen Kosten und persönlichem Aufwand verbunden ist. Ich habe es bei meinem Studium genauso gemacht. Erst das Vorlesungsverzeichnis und die Studienordnung gelesen, dann an jedem Ort ein Kurzurlaub verbracht, um sich mit den zukünftigen Kommilitonen zu unterhalten (was bei einem Fernstudium, nicht so einfach sein wird) und dann noch die Beratung in Anspruch genommen, die immer sehr fundiert war.

Mit freundlichen Grüßen


Markus Moser
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