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#1
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Im Dezember letzten Jahres habe ich (41, w.) durch die Pleite der Firma, in der ich 9 Jahre als Organisationsprogrammiererin angestellt war, meine Arbeit verloren. Nach langem Hin-und-Her mit dem Arbeitsamt, bin ich nun seit Januar in einer Weiterbildung für ABAP/4 und ABAP Objects. Im Anschluss daran (ab Juli) ist ein Praktikum vorgesehen, das in eine feste Anstellung münden sollte.
Ich bewerbe mich nun mit guten Zeugnissen und solider Berufserfahrung schon seit Monaten erfolglos. Jüngere Mitschüler und eigentlich Berufsanfänger haben schon recht schnell einen Praktikumsplatz gefunden, während ich nur Ablehnungen kassiere. Ich habe so langsam den Verdacht, dass ich in meinen Alter von der IT verabschieden muss, trotz Berufserfahrung, Begabung und Leistungsfähigkeit. Ist das wirklich so? Oder was könnte ich falsch machen? Können Sie mit einem Rat weiterhelfen? Vielen Dank und freundliche Grüße. merlinx |
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#2
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Mit 41 zu alt? Sicher nicht!
Ein paar Details aus der Sicht von potentiellen Arbeitgebern betrachtet: 9 Jahre beim gleichen Arbeitgeber. Viele werden hier einen Mangel an Mut, Initiative, Selbstvertrauen vermuten, zumal sich das langjährige Arbeitsverhältnis über die letzte Boom-Zeit hinweg erstreckt. Die landläufige Meinung ist, dass Leistungsfähige und -willige zu dieser Zeit in neue Jobs mit neuen Perspektiven, guten Fortbildungsmöglichkeiten und besserer Bezahlung gewechselt sind. Bewerbung um ein Praktikumsplatz als gestandene Programmiererin mit langjähriger Berufserfahrung. Ehrlich: wenn ich soetwas lese, falle ich fast vom Stuhl. Das Erlernen neuer Tools, Programmiersprachen, Methoden und Technologien gehört in unserem Beruf wirklich zum Alltagsgeschäft. So rutschen Sie schnell in die "Kost nix - taugt nix" Schublade. Hat sich jemals ein 40 Jähriger REchtsanwalt um ein Praktikum bei einer neuen Kanzlei beworben? Fließender Übergang von langjähriger Festanstellung als IT-Fachkraft in AA-geförderte "Weiterbildungsmaßnahme": Ein potentieller ARbeitgeber wird hier eine "Story" vermissen, warum Sie sich in nicht "aus eigener Kraft" am Markt behaupten können und sehen wollen, inwiefern die Weiterbildung eine inhaltlich und strategisch sinnvolle Ergänzung zum bisherigen Werdegang ist. Die Wahrheit - aus der Sicht potentieller Arbeitgeber - ist: Sie bewerben sich jetzt aus der ARbeitslosigkeit heraus. Die naheliegende Angst ist dann: Wenn Sie schon 2002, aus einer ungekündigten Anstellung heraus keinen neuen Job gefunden haben (oder angesichts der sicherlich nicht überraschenden Pleite des Arbeitgebers gesucht haben), muss wohl irgendwas "nicht stimmen". |
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#3
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Hallo merlinx,
leider muss ich marco Recht geben. Es ist für einen Personaler schwer nach vollziehbar, warum Sie nach 9 Jahren Berufserfahrung nun einen Praktikumsplatz suchen. Man erwartet heutzutage, dass sich IT-Fachleute selbständig in neue Materie einarbeiten und dies On-the-Job tun und dazu weder Schulung vom AA, noch Praktikum brauchen. Ich kann Ihnen daher nur empfehlen nicht aufzugeben, denn sonst sieht Ihr Lebenslauf noch nachteiliger aus. Weiten Sie Ihre Suche regional und sektoral aus, nutzen Sie dazu auch das Internet. Vielleicht werden Sie ja auf diesen Seiten fündig: http://www.stepstone.de http://www.jobpilot.de http://www.monster.de http://www.jobuniverse.de http://www.jobworld.de Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und verbleibe mit freundlichen Grüßen Markus Moser |
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