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Gibt es den Fachkräftemangel in der IT schon heute?

Unternehmen stellen wieder ein, manche sogar im großen Stil. Einige klagen schon wieder über den Fachkräftemangel, obwohl es deutlich mehr Informatikabsolventen gibt als noch vor zehn Jahren.
Wie groß ist die Lücke an Fachkräften? Darüber streiten sich selbst Forscher.
Wie groß ist die Lücke an Fachkräften? Darüber streiten sich selbst Forscher.
Wie groß ist die Lücke an Fachkräften? Darüber streiten sich selbst Forscher.
Foto: Les Cunliffe/Fotolia.de

In Deutschland werden schon in vier Jahren 250.000 Fachkräfte fehlen, prognostizierte die Unternehmensberatung Boston Consulting Group auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Wirtschaft und Politik müssten handeln, sonst drohe eine Talentkrise, die langfristig schlimmer sei als die zurückliegende Finanzkrise. Auch der Branchenverband Bitkom und sein Präsident August-Wilhelm Scheer warnen vor dem Fachkräftemangel, der mit der konjunkturellen Erholung "mit voller Wucht" zurückgekehrt sei. Derzeit gebe es rund 28.000 offene IT-Stellen in Deutschland. Scheer: "Der Mangel an IT-Experten ist ein strukturelles Problem, das von der Wirtschaftskrise nur vorübergehend abgemildert wurde." Darum fordert der Bitkom, die Hürden für die Zuwanderung ausländischer IT-Profis zu senken.

Mittlerweile sind viele Unternehmen wieder auf Personalsuche, sie umwerben aber in erster Linie Hochschulabsolventen und Young Professionals. Auch berufserfahrene Experten haben Chancen, aber nicht alle. Wer mit über 50 seinen Job verliert, muss sich auf eine anstrengende Suche einstellen und vielfach auch finanzielle Abstriche machen (siehe 50+: Die Rente ist keine Alternative).

Und Ihre Meinung zum Fachkräftemangel? Gibt es ihn schon heute in der IT? Brauchen wir mehr Zuwanderung? Welche Erfahrungen haben Sie bei der Jobsuche gemacht? Wir freuen uns auf anregende Beiträge!


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  #1  
Alt 11.02.2011, 10:26
 
Registriert seit: 11.02.2011
Beiträge: 1
Standard Fachkräftemangel ist ein Märchen

Es existieren mittlerweile Studien, die einen Fachkräftemangel objektiv widerlegen. Es lässt sich auch keine signifikante Lohnsteigerung feststellen, was für knappe Güter eigentlich normal wäre. Die Anrufe von Headhuntern haben ebenfalls nicht zugenommen. Wenn ich mir dann noch die ausgeschriebenen Stellen ansehe, fällt auf, dass die inserierenden Firmen größtenteils aus der Zeitarbeitsbranche (auch Ingenieursdiensteister fallen darunter) stammen.

Persönlich kann ich mich zwar nicht beklagen, aber unter meinen Ex-Kommilitonen sieht das schon anders aus.

http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/266432,0.html

http://www.focus.de/finanzen/news/arbeitsmarkt/tid-19321/arbeitsmarkt-das-maerchen-vom-fachkraeftemangel_aid_535617.html

Geändert von harry12 (11.02.2011 um 10:33 Uhr) Grund: zu früh gespeichert
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  #2  
Alt 07.07.2011, 22:10
 
Registriert seit: 07.07.2011
Ort: Norddeutschland
Beiträge: 1
Daumen runter Mit 25 top, mit 50 hopp

Ich muss harry12 völlig recht geben. Den Fachkräftemangel, insbesondere in der IT gibt es wirklich nicht. Was die Firmen suchen sind billige, fertig ausgebildete, junge Fachkräfte, die 40 und unbezahl mehr Stunden schieben und hier gibt es tatsächlich ein Mangel.
Die Generation Praktikum hat zugelernt und sich umorientiert.

Aber jetzt mal ehrlich. Wenn es den Fachkräftemangel wirklich gebe, hätte ich mit Anfang Fünfzig schon längst einen neuen Job. In keinen anderen Bereich ist der Jugendwahn größer als hier. Mit vierzig gehörst du schon zu den alten Eisen. Erfahrungen zählen auf Grund des technischen Fortschritts wenig. Dein Wissen veraltet im Jahrestakt. Mit den Programmiersprachen und Anwendungen von damals arbeitet heutzutag schon längst keiner mehr und was früher repariert wurde, wird heutzutage ersetzt. Firmen die vor 20-30 Jahren eine Größe im IT-Bereich waren, kennt heutzutage keiner mehr. Eine falsche Stratigie und der Laden ist weg oder stark geschrumpft.

Richtige Fortbildung ist selbst in größeren stabilen Betrieben Mangelware, vielleicht mal eine ein-, zweitäge Schulung. Lieber stellen die für eine Neuerung jemand Neuen von der Uni ein, die alte Sache läuft ja noch ein paar Jahre weiter. Und dafür wirst du noch gebraucht
und dann wirst du entweder mit abgewickelt oder auf ein völlig unterqualifizierten Posten geschoben, bis du vor Frust selber kündigst. Es können nicht alle in Führungspositionen wechseln, davon gibt es nicht so viele und liegt auch nicht jeden. Und ich bin kein Einzelfall. Vieler meiner EX-Kollegen hat es irgendwann früher oder später erwischt. Wer Glück hatte, war alt genug, das er nach fünf Jahren Postenschieben mit 58 in Vorruhestand gehen konnte. Leider wird diese Personalentsorgung dem Staat zu teuer, so das es nicht mehr geht. Ich bin leider dafür noch zu jung, aber als Facharbeiter zu alt.

Ich kann keinen jungen Menschen empfehlen in die IT-Branche einzusteigen, außer er verdient in den ersten 25 Jahren soviel, das er sich für den Rest des Leben damit über Wasser halten kann.
Und wer es nicht glaubt, der wird später noch an meine Worte denken.
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  #3  
Alt 26.07.2011, 11:35
 
Registriert seit: 29.09.2009
Beiträge: 9
Standard IT = Sammelbecken für Unterbezahlte

Ich selber arbeite in einem Rechenzentrum mit großem SAP-Anteil an eingesetzter Software und meine Erfahrung ist, dass einzig der Preis des Menschen entscheidet, sprich : Bitte möglichst billig muss es sein. Auf jede Stelle, die hier bei uns extern ausgeschrieben wird, bewerben sich Hunderte(!) und dann nehmen sie befristete Veträge und ausgesprochen magere Bezahlung in Kauf. Erfahrene DB Admins und SAP Basis Admins werden mit TVöD E09 abgespeist, ihr könnt gerne danach googeln...
In einem Ballungszentrum im Süden Deutschlands bedeutet dies trotz Studium in Mietbunkern zu hausen und sich damit für den Rest seines Lebens abzufinden.. Ab 50,wenn die Akzeptanz der IT'ler auf dem Markt schwindet, nehmen die auch gerne diese miese Bezahlung in Kauf..

Klar, Ausnahmen gibt es hier immer, aber was bitte bringt es die hier zu erwähnen? Ich habe keine repräsentative Umfrage durchgeführt, ich beschreibe nur die Dinge, die ich selbst miterlebe..

Meine Empfehlung an alle: Steigt nicht in die IT ein, sie ist für die meisten eine Sackgasse.
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  #4  
Alt 16.10.2011, 20:45
 
Registriert seit: 16.10.2011
Ort: Wiesbaden
Beiträge: 3
Pfeil Bitkom und Stil

(1) Laut Wikipedia ist nicht mehr Scheer der Bitkom-Vorsitzende sondern ein Dieter Kempf.

(2) Es ist eigentlich schlechter Stil, anonym von einem Mangel an Leuten zu sprechen. Die Unternehmer appellieren damit an eine Art inneren Egoismus unter dem Motto: "Das Unternehmen wird mir gegen seinen eigenen Willen einen Arbeitsvertrag geben müssen." Auf der Karrieremesse haben sie mir dann klar gemacht, dass viele meiner Konkurrenten die Stelle wollen und mich diskret abgewimmelt.
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