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Top 10 - Klaus Vitt, Bundesagentur für Arbeit

Der Business-Enabler

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von Horst Ellermann (Chefredakteur CIO-Magazin)
Ausnahmsweise redet CIO Klaus Vitt über ein Projekt, das nur drei Millionen Euro kostet. Eigentlich nicht der Rede wert, gemessen am IT-Budget der BA - aber an dem Vorhaben zeigt sich, wozu Service-orientierte Architektur gut ist.
Klaus Vitt kam in der Kategorie Großunternehmen unter die Top 10.
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Klaus Vitt blinzelt in die Kamera. "Braucht ihr noch mehr Licht oder geht es so?", fragt der Techniker der Bundesagentur für Arbeit. Nein. Ist nicht nötig. Der Geschäftsführer der zentralen IT steht gut erleuchtet auf der großen Bühne, von der sonst die Arbeitslosenzahlen verlesen werden. Seine Aufgabe ist heute allerdings: Vitt soll im Film die CIO, der Schwesterpublikation der COMPUTERWOCHE, sein Lieblingsprojekt erklären. Zur Auswahl hätte er da einige.

Großprojekte satt

Vitt könnte jetzt länger ausholen zum ERP-Projekt, das die Bundesagentur gerade begonnen hat. Im Endausbau sollen zirka 7000 User in den Bereichen Personal und Finanzen mit ERP-Software arbeiten. Geplant ist auch eine ERP-Portallösung, die in der Folge zirka 85.000 Anwender erreichen soll. Mal abgesehen von der Größenordnung ist das Projekt allerdings wenig spannend, sondern eher Schwarzbrot. CIO-Handwerk. Obendrein schwer zu bebildern.

Ob es denn wenigstens bei den Wartungsgebühren etwas Ärger gegeben habe, wollen wir wissen. "Gehen Sie mal davon aus, dass wir das im Vorfeld abgesprochen haben", antwortet Vitt. Die Bundesagentur hat mit ihren gut 99.000 Arbeitsplätzen eine solche Größe, dass SAP dort Konditionen nicht einfach diktieren kann.

Ebenfalls lehrreich wäre auch das Großprojekt "Dokumenten Management System" (DMS). "Perspektivisch wollen wir alle unsere Dokumente elektronisch bearbeiten", erklärt der Geschäftsführer der zentralen IT, der gleichzeitig auch vorsitzender Geschäftsführer des IT-Systemhauses der BA ist. Sowohl für die Einführung eines DMS als auch das Einscannen der Post hat er Ausschreibungen eingeleitet. Die Einführung erfolgt in einer der zehn Regionaldirektionen. Bis 2011 wird das Pilotprojekt laufen, mehr will Vitt jetzt noch nicht sagen. Allein um die Rechtsgrundlagen zu erklären, müsste er weit ausholen, sagt er. Bis zu 30 Jahre Archivierungszeit schreiben gesetzliche Regelungen vor. Wer will darüber schon einen Film drehen?

Zu viel für Outlook

Da redet Vitt doch lieber über sein Projekt "Allgemeine Terminverwaltung" (ATV). Das klingt zwar auch staubtrocken, lässt sich aber schnell mit Leben füllen und sorgte im Übrigen dafür, dass die Jury Vitt unter die Top Ten im diesjährigen Wettbewerb "CIO des Jahres" wählte. Fünf Millionen Kundentermine vergeben die Mitarbeiter der BA jeden Monat - mal am Schalter, mal am Telefon. Die Inhalte variieren: Schulabgänger wollen sich bei Berufsberatern der BA informieren oder anders herum: BA-Mitarbeiter wollen sich über Leistungsempfänger informieren. Letzteres ist komplizierter: "Das kann Rechtsfolgen haben, wenn der Arbeitslose seine Mitwirkungspflicht nicht erfüllt", erklärt Vitt. Deswegen reicht auch Outlook nicht. Die Terminsoftware von Microsoft habe zum einen Probleme mit der Menge der Daten, und zum anderen fehle ihr der rechtsverbindliche Charakter. "Wir prüfen zwar gerade, ob eine Reintegration der Daten in Outlook sinnvoll ist. Der Nutzwert ist jedoch noch nicht geklärt", sagt Vitt. Aber nur mit Standardsoftware wird es nicht gehen.

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