| Verbesserung der IT-Performance: Operation am offenen Herzen | |
| Test- und Backup-Systeme für geschäftskritische Anwendungen |
In dem Hamburger Data-Center stehen heute 175 Blade-Server auf Windows-Basis für den Applikationszugriff via Citrix-Umgebung sowie 35 Unix-Server, vornehmlich für den Betrieb der Datenbanken. "Im Vergleich zu der bisherigen, in den Krankenhäusern und in der Altenhilfe üblichen Technik ist die Ausstattung ein Quantensprung", freut sich Meisheit. Für alle geschäftskritischen Anwendungen gebe es Test- und Backup-Systeme. Der Provider garantiere eine Verfügbarkeit von 99 Prozent. Die hohe Zuverlässigkeit der Installation ist notwendig, weil alle Applikationen in einem Rechenzentrum konsolidiert wurden. Den schnellen und gesicherten Zugang stellt ein Corporate Network sicher, das ebenso wie das Rechenzentrum von Pironet NDH betrieben wird.
Allerdings sind Zentralisierung beziehungsweise Outsourcing von lT im Gesundheitswesen ungleich heikler als in anderen Branchen, weil personenbezogene Daten einem speziellen und sehr strengen Datenschutz unterliegen. Der Gesetzgeber kennt in der Schweigepflicht der Heilberufe kein Pardon. Jeder Gesetzesbruch, also jede unbefugte Weitergabe von Daten an Dritte, kann eine Gefängnisstrafe nach sich ziehen. Die üblichen Verfahren zur Datensicherung und zum Datenschutz wie zum Beispiel Firewall, Viruswall, Intrusion Detection und Spam-Filter erachtet der Gesetzgeber nicht als ausreichend. Aus diesem Grund werden alle Daten getunnelt, das heißt, sie werden mit dem sicheren IPsec-Verfahren übertragen.
Mit der Migration der Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen auf die zentralen Anwendungen im Rechenzentrum ging die Neugestaltung der dezentralen Installation einher. Sämtliche Desktops wurden durch Thin Clients mit Citrix-Zugang ausgetauscht. Weder gibt es heute noch lokale Applikationen noch die Möglichkeit für die Anwender, eigene Software-Tools und –Lösungen zu installieren. Die Geräte wurden ebenso wie sämtliche Drucker, Kopierer und Faxgeräte nicht gekauft, sondern angemietet beziehungsweise geleast. Im Zuge des Outsourcing-Projekts wurden für alle Endgeräte verbindliche Standards festgelegt. Heute laufen bei der MTG beispielsweise nur noch sieben unterschiedliche Druckertypen. Die jährlichen Beschaffungskosten für Toner und Tinte gingen um 60.000 Euro zurück.
Mit dem bislang Erreichten können Meisheit und seine Mitarbeiter zwei wichtige Vorhaben von ihrer Liste streichen: Die IT ist zentralisiert und standardisiert. Die Zusammenführung aller Applikationen in einem Rechenzentrum, die Installation des Corporate Network und die Vereinheitlichung der dezentralen Systeme entlasten das IT-Infrastruktur-Budget bereits um bis zu 50 Prozent. Unterm Strich steht eine Ersparnis von 1,5 Millionen Euro pro Jahr oder 22 Prozent der bisherigen IT-Kosten.
Nicht minder wichtig erscheint es Meisheit, mit der neuen IT-Landschaft eine zukunftsfähige Umgebung gestaltet zu haben. Einer schnellen Integration neuer Einrichtungen – etwa im Zuge von Übernahmen - steht damit nichts im Wege. Zudem schlummert im Kerngeschäft noch ein erhebliches Sparpotenzial, das sich mit der neuen IT heben ließe. Sie erlaubt nun den schnellen und zentralen Zugriff auf alle relevanten Daten im Krankenhaus- und Pflegebetrieb und bietet die Basis für eine Neugestaltung der internen Abläufe. Die eigenen IT- Mitarbeiter mit ihrem tiefen Wissen um die Medizininformatik haben nun die Freiräume, die Malteser-Einrichtungen zu beraten, wie sie mit Hilfe der IT ihre Prozesse und den digitalen Workflow effizienter gestalten.
Ganz einfach ist das Unterfangen nicht. Die Projektverantwortlichen haben die Veränderungsresistenz und die Zurückhaltung des Klinikpersonals gegenüber aktuellen IT-Verfahren im Gesundheitssektor unterschätzt. Statt einer kalkulierten Amortisationszeit von 18 Monaten stehen nun 30 Monate auf dem Papier. Dennoch zeigt sich Meisheit optimistisch, die bislang schon deutlich verbesserte IT-Durchdringung weitertreiben zu können. "Kommunikation ist der Schlüssel zum Erfolg. Wir müssen mit der hohen Qualität unserer IT-Services überzeugen", schildert er. Dabei helfen insbesondere positive Erfahrungen der Einrichtungen, die ihren klinischen Workflow bereits überarbeitet haben. So konnten beispielsweise erste Krankenhäuser ihre Ressourcenplanungen für Operationen verbessern. "Die Zufriedenheit unter den dortigen Mitarbeitern ist deutlich gestiegen", freut sich der MTG-CIO.