Um die Frage, ob Weblog-Software als Ersatz vollwertiger und viel teurerer Plattformen für Enterprise Content Management (ECM) fungieren kann, hat sich ein Disput entwickelt. In einem "Computerwoche"-Artikel von Ende August hatten unter anderen der Analyst Stephen O'Grady und Molly Holzschlag vom Steering Committee des Web Standards Project empfohlen, für ECM-Projekte auch Blog-Systeme zu evaluieren. Business-Blog-Systeme wie "Movable Type 3.2", der Blog-Server "Surge Blog" von Net Win, "Drupal", "Wordpress" sowie die Blog- und Wiki-Plattform von Five Across warteten nach Auskunft der Experten mit zentralen ECM-Features auf, seien aber simpler und billiger.
Von einer PR-Agentur daraufhin befragte ECM-Anbieter, darunter D.Velop, Edoc Solutions, H&S Informationsmanagement und IQ Doq, halten dem entgegen, Software für Weblogs eigne sich zwar für das Publizieren im Internet, der ECM-Ansatz aber greife deutlich weiter: Er berücksichtige dabei Compliance-Anforderungen nach rechtssicherer Aufbewahrung von Dokumenten. Einig sind sich die ECM-Anbieter mit den Blog-Verfechtern indes darin, dass Unternehmen nicht zwangsläufig Komplettsysteme einsetzen müssten, sondern mit kleinen Lösungen beginnen könnten.