Kartellamt

Zweifel an gemeinsamer Videoplattform von P7S1 und RTL

24.02.2011
Die geplante Online-Videoplattform der privaten TV-Konzerne ProSiebenSat1 und RTL steht angesichts massiver kartellrechtlicher Bedenken wohl vor dem Aus.
So etwas wie Hulu in Deutschland wird es wohl vorerst nicht geben.
So etwas wie Hulu in Deutschland wird es wohl vorerst nicht geben.

Das Bundeskartellamt teilte am Donnerstag mit, dass die Plattform der beiden Konkurrenten das aus Sicht der Kartellwächter bestehende marktbeherrschende Duopol der beiden Sendergruppen auf dem Fernsehwerbemarkt verstärken würde. Die Behörde bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der "Financial Times Deutschland" (Donnerstag). Die Einwände seien beiden Sendern mitgeteilt worden, das Amt will bis zum 21. März entscheiden. Bis zum 10. März können die Sender noch eine Stellungnahme abgeben.

Eine mögliche Genehmigung des Projekts haben die Kartellwächter an Bedingungen geknüpft. "Die Vorstellungen des Kartellamts waren für uns nicht akzeptabel", sagte ein Sprecher von ProSiebenSat1 in München. Beide Sender hatten im August 2010 die Pläne für die Plattform vorgestellt, die nach dem Vorbild der US-Plattform "Hulu" Internetnutzern Zugriff auf ganze Serien, Filme, Shows oder Nachrichtensendungen bieten sollte. Beide Sender wollten auf der Plattform jeweils ihre eigenen Programme präsentieren. Das Angebot sollte aber auch für andere Sender und Anbieter offenstehen.

ProSiebenSat1 und RTL hatten dafür auch die Gründung einer gemeinsamen Gesellschaft geplant. Für die beiden Konzerne ist das wahrscheinliche Ende der Pläne ein Rückschlag beim Aufbau eines Geschäftsmodells für digitale Videoinhalte im Internet. Im Umfeld der Sender hieß es, dass man die endgültige Entscheidung der Kartellwächter möglicherweise juristisch prüfen lassen werde. (dpa/tc)