Informatik

Zwei Google-Awards für die TU Darmstadt

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Als einzige deutsche Universität hat die TU Darmstadt (zusammen mit Partneruniversitäten) im Februar 2013 gleich zwei Google Faculty Research Awards erhalten.

Mit insgesamt über 150.000 US-Dollar fördert Google einer Mitteilung zufolge zwei IT-Sicherheitsprojekte des Fachbereichs Informatik. Professor Michael Waidner überzeugte mit der geplanten Entwicklung eines Verfahrens, das den Privatsphärenschutz in sozialen Online-Netzwerken verbessern soll. Außerdem setzte sich Eric Bodden mit einem Projekt zur Erkennung von Spionage-Apps auf Smartphones durch.

Für sein Projekt "Reflective Socio-Technical Approach" gewann das Team von Informatikprofessor Michael Waidner, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie und Direktor des Kompetenzzentrums für IT-Sicherheit EC SPRIDE, zusammen mit der Goethe-Universität Frankfurt am Main einen Award im Gesamtwert von 102.000 US-Dollar. Manfred Faßler, Professor für Soziologie an der Goethe-Universität, leitet das Projekt. Darin wollen die Darmstädter Informatiker mit Frankfurter Medienforschern ein neues Verfahren zur Sammlung und Auswertung von Daten entwickeln, mit deren Hilfe sich nutzerfreundliche Privatsphären-Werkzeuge in sozialen Online-Netzwerken entwickeln lassen.

Dazu erheben die Forscher mit einer eigens erstellten Analyse-Software Nutzungsdaten und kombinieren diese mit Ergebnissen aus Nutzerbefragungen. Im Gegensatz zu bisherigen Studien wollen die Forscher so nicht nur Schwachstellen im Privatsphärenschutzmanagement aufzeigen, sondern auch konkrete Unterstützung für das Design wirkungsvoller Privatsphären-Werkzeuge erarbeiten.

Den zweiten Förderpreis erhielt Eric Bodden, Leiter der EC-SPRIDE-Forschungsgruppe Secure Software Engineering, zusammen mit Wissenschaftlern der amerikanischen Penn State University und der Universität Luxemburg. Die Forscher entwickeln eine Software, die auf einer Art Karte detailliert grafisch aufzeigt, wie Android Apps untereinander kommunizieren. Betrügerische oder unbeabsichtigte Kommunikationsmuster können mithilfe dieser Karte schnell und effizient aufgedeckt werden.

Bisherige Analysewerkzeuge erkennen nicht, ob Apps mit individuellen Teilberechtigungen zusammenarbeiten oder ob sie Zugriffsrechte von seriösen Apps auf dem Smartphone für eigene Zwecke missbrauchen. Durch die neue Analyse könnten App-Stores wie der Google Play Store die schädlichen Apps zukünftig schneller und effizienter aus ihrem Angebot entfernen. Das Projekt mit Titel "Plotting a Map of Android Inter-App Communication" wird von Google mit insgesamt 50.000 US-Dollar unterstützt.

Google vergibt zweimal im Jahr etwa 100 Google Faculty Awards, um vielversprechende Forschungsprojekte im Bereich der Informatik zu fördern. Für die aktuelle Vergaberunde gab es 600 Einreichungen aus 46 Ländern, 102 davon waren erfolgreich. Die TU Darmstadt war in dieser Runde auch die einzige deutsche Universität, die Förderung für Forschungsprojekte im Bereich IT-Sicherheit und Privatsphäre erhält.