Strommarkt

Zunehmender Wettbewerb auf dem Strommarkt

27.12.2007
Die steigenden Strompreise treiben den Billiganbietern massenhaft Kunden zu. Unternehmen wie Yello, E-wie-einfach oder Nuon verzeichneten rasant wachsende Zahlen - gerade angesichts der für den 1. Januar angekündigten neuerlichen Strompreiserhöhungen etablierter Unternehmen.

"Der Knoten ist geplatzt", sagte LichtBlick-Geschäftsführer Heiko von Tschischwitz am Donnerstag in Hamburg der Finanz- Nachrichtenagentur dpa-AFX. Die Verbraucher hätten nun begriffen, dass sie wechseln könnten, ohne dass der Strom ausfalle. Für das kommende Jahr rechnet Tschischwitz mit einer weiteren Belebung.

Nach Angaben des Verbraucherportals Verivox erhöhen mehr als 300 Grundversorger zum Jahresbeginn die Strompreise - um bis zu 25 Prozent. Damit müssen 2008 erneut Millionen Menschen tiefer in die Tasche greifen. Eine Kleinfamilie mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden muss dann laut Verivox im Bundesdurchschnitt etwa 6,6 Prozent mehr zahlen als im Januar 2007.

Neben dem Öko-Stromanbieter LichtBlick drängen eine Reihe von neuen Spielern auf dem Strommarkt, so etwa die Telefonanbieter Teldafax und die Freenet-Tochter Klarmobil. Die großen Konzerne RWE, E.ON und Energie Baden-Württemberg (EnBW) werben mit eigens gegründeten Zweitmarken und hohen Werbebudgets um Kunden. Erfolgreich ist vor allem E.ON, dessen Ableger E-wie-einfach rund 400 000 Verbraucher unter Vertrag nahm, wie das "Handelsblatt" unter Berufung auf Konzernkreise berichtete. Den Rückgang im eigenen Kundenbestand hätten die Düsseldorfer damit mehr als ausgleichen können. RWE-Ableger Eprimo komme auf 170 000 Kunden.

Unter Druck steht vor allem der in Berlin, Hamburg und Ostdeutschland aktive Versorger Vattenfall Europe. Das Unternehmen büßte wegen einer zur Jahresmitte schlecht kommunizierten Preiserhöhung und den Pannen in seinen Atomkraftwerken innerhalb weniger Monate über 250 000 Kunden ein.

Nach Angaben des Deutschlandchefs des niederländischen Versorgers Nuon, Thomas Mecke, gewinnt sein Unternehmen monatlich deutlich über 10 000 Kunden neu hinzu. Nuon ist schon länger in Hamburg und Berlin aktiv und hat jüngst den Vertrieb in Nordrhein-Westfalen und Leipzig gestartet. Auch Marktführer Yello wuchs weiter. Die EnBW-Tochter, lange Jahre der einzige nennenswerte bundesweite Anbieter, erhöhte dem Bericht zufolge die Anzahl der Kunden 2007 um 160 000 auf über 1,3 Millionen.

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