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Zune-Interesse flaut schon wieder ab

28.11.2006
Am gestrigen „Cyber Monday“ waren sieben der zehn meistverkauften Elektronikartikel bei Amazon.com digitale Media-Player. Die Namen „Zune“ oder Microsoft fehlten allerdings.

„Das ist ein ziemlich guter Indikator für das Verbraucherinteresse“, findet Jupiter-Analyst Michael Gartenberg. Der 249 Dollar teure neue 30-Gig-Player von Microsoft fand sich in der Tat einige Tage lang nach seinem Erscheinen am 14. November in der Top-10-Liste von Amazon. Gestern aber war das populärste der drei Modelle – das schwarze – bereits auf Platz 76 abgerutscht. Unter den zehn beliebtesten Media-Player waren gestern sechs iPods von Apple und ein MP3-Player von SanDisk. Der ebenfalls 249 Dollar teure 30-GB-iPod lag stellenweise auf dem zweiten Platz.

„Der Zune war nicht gerade attraktiv“, kommentiert Rob Enderle von der Enderle Group. „Man legte ihn ins Regal und er kam einfach nicht an.“ Microsoft hatte natürlich schon bei der Ankündigung von Zune abgewiegelt, es werde eine Herkulesaufgabe werden, Apples Führung im Markt fünf Jahre nach der Einführung des iPod zu überwinden. Wie der Mac-Hersteller versucht es nun auch der Softwaregigant mit einem „Ökosystem“ aus Player, Online-Shop und Zubehör. Die Zune-Verkäufe in der ersten Woche nach dem Launch hätten „genau im Rahmen der Erwartungen“ gelegen, erklärte eine Microsoft-Sprecherin. Für das traditionell umsatzstarke Wochenende nach Thanksgiving lagen ihr noch keine Zahlen vor.

Analysten erwarten, dass der Zune zumindest in diesem Weihnachtsgeschäft eher anderen Playern Marktanteile abnehmen wird als dem iPod. Branchenkenner schätzen, dass Microsoft in der so genannten Holiday Season zwischen 300.000 und 500.000 der von Toshiba gebauten Player verkaufen könnte. (tc)