Zukunftsvision: Computer aus Gas und Licht?

22.10.1999

MÜNCHEN (CW) - Der Berliner Chemiker James La Clair hat ein Molekül entwickelt, das unter dem Einfluß von Stickstoff und Kohlendioxid zwei verschiedene Zustände annehmen kann. Damit eignet es sich ideal zum Bau von Rechnern.

Molekulare Schaltungen sind nichts Neues, schon früher wurden große Gruppen von Molekülen ausgemacht, die man zu Rechenzwecken verwenden konnte. Die Erfindung von La Clair basiert jedoch auf nur einem einzigen Molekül, das den Namen "Sensi" trägt, berichtet "Spiegel Online".

"Sensi sieht aus wie eine Reihe von Rädern. Wenn sie sich verdrehen, dann liegen sie in einer Ebene und fluorieszieren in der Gegenwart von Stickstoff", beschreibt der Forscher die "An"-Stellung des Moleküls. Wird der Stickstoff gegen Kohlendioxid ausgetauscht, rotiert es in die nicht leuchtende "Aus"-Stellung. Der Lichteffekt wird durch einen Laserstrahl erreicht, der das Molekül dazu anregt, ein Photon zu emittieren, das gemessen werden kann. Der Berliner Wissenschaftler glaubt, daß seine Erfindung das Problem mit herkömmlichen Silizium-Chips lösen kann. Der Bau von immer kleineren CPUs stößt bald an technische Grenzen.