Zu viele Berater für zu wenige Projekte

Joachim Hackmann ist Principal Consultant bei Pierre Audin Consulting (PAC) in München. Vorher war er viele Jahre lang als leitender Redakteur und Chefreporter bei der COMPUTERWOCHE tätig.
MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die wirtschaftliche Flaute trifft die IT-Consultants mit Zeitverzug. Nachdem die Branche das Jahr 2001 mit guten Ergebnissen abschließen konnte, häufen sich nun die schlechten Nachrichten. Vor allem das schnelle und ungehemmte personelle Wachstum der Vergangenheit rächt sich, denn mangels Aufträgen sinkt die Auslastungsquote der hoch bezahlten Berater.

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Die größten IT-Beratungs- und Systemintegrationsunternehmen: Die Ende Mai veröffentlichte Lünendonk-Liste berücksichtigt Anbieter, die mehr als 60 Prozent ihrer Einnahmen mit IT-Beratung und Systemintegration erzielen.   Quelle: Lünendonk

Die Branche der IT-Beratungshäuser steckt in der Krise. Nachdem die Anbieter jahrelang händedringend nach IT-Personal suchten, um der durch Jahr-2000-Problem, E-Business- und Internet-Trend ausgelösten Auftragsflut Herr zu werden, können viele Unternehmen ihre angestellten Berater nun nicht mehr ausreichend beschäftigen. Seit mehr als einem Jahr sind Entlassungen in den Beratungshäusern kein Tabuthema mehr. Die jüngsten Hiobsbotschaften verkündeten <a href="http://www.cgey.com/" target="_blank">Cap Gemini Ernst & Young</a> und <a href="http://www.accenture.com/" target="_blank">Accenture</a>. Bei dem französischen IT-Dienstleister müssen weltweit insgesamt 5500 Mitarbeiter gehen (nachdem bereits im letzten Jahr 5400 entlassen wurden), weil die Auslastungsquote der Berater mit 70 Prozent nicht den Vorstellungen des Managements entspricht. Accenture schickt insgesamt 1000 Mitarbeiter in den USA, Großbritannien und Australien die Papiere. In

Deutschland verlängerten die Verantwortlichen vorsorglich das im August 2001 eingeführte und damals auf ein Jahr beschränkte Sabbatical-Programm „Flexleave“ zur freiwilligen Arbeitszeitreduzierung.

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