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Zilog kehrt zurück an die Nasdaq

05.01.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Zilog, das zu den Mitgründern der Mikroprozessorbranche gehört und derzeit im Over-the-counter-Markt gehandelt wird, will mit der Ausgabe von acht Millionen Aktien (vier Millionen aus eigenem Besitz, vier von Stammaktionären) 47,1 Millionen Dollar verdienen und an die Technikbörse Nasdaq zurückkehren. Die Firma ist gegenwärtig auf das 8-Bit-Segment des Embedded-Controller-Markts fokussiert und produziert hier Flash-basierende Chips. Semico Research erwartet, dass dieses spezielle Marktsegment von 1,4 Milliarden Dollar Umsatz im Jahr 2002 mit einem gemittelten jährlichen Wachstum von 21,5 Prozent bis 2007 auf ein Volumen von 3,7 Milliarden Dollar wächst.

Zilog blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Die Firma wurde 1974 vom Intel-Aussteiger Federico Faggin gegründet (der heute 62-jährig immer noch im Verwaltungsrat sitzt). 1976 war Zilogs erster 8-Bit-Chip leistungsfähiger als alles, was Intel zu bieten hatte, 1979 folgte der 16-Bit-Erstling "Z8000". Intel zog in der Folge allerdings gnadenlos davon, und als der "8088" 1981 als Herzstück des ersten IBM-PCs auserkoren wurde, blieb für Zilogs "Z80" nur mehr der Homecomputing-Markt.

1997 wurde die angeschlagene Firma von der Private-Equity-Gesellschaft Texas Pacific Group für 427 Millionen Dollar übernommen. Sie konnte allerdings nicht reüssieren und musste sich im Jahr 2002 unter Gläubigerschutz gemäß Paragraph elf des US-Konkursrechts begeben, wodurch sie Schulden in Höhe von 325,7 Millionen Dollar loswurde. Zilogs Umsatz, der 1999 noch 245,1 Millionen Dollar betrug, ging seither stetig zurück und betrug 2000 noch 139,6 Millionen Dollar. Für die ersten neuen Monate 2003 wies die Firma Einnahmen von 76,9 Millionen Dollar (plus 19,9 Prozent) sowie 6,9 Millionen Dollar Nettoverlust in Vergleich zu einem Fehlbetrag von 23,1 Millionen Dollar aus dem Vorjahreszeitraum aus.

Die Zukunft der Firma hängt unter anderem vom Erfolg der in den vergangenen 14 Monaten gelaunchten Produktlinien "Z8 Encore" und "eZ80 Acclaim" ab, die sich, wie Zilog einräumt, bis dato nur in "unbedeutenden Quantitäten" verkauften und schwerlich vor dem zweiten Halbjahr 2004 merklich zu den Einnahmen beitragen dürften - was eine Investition in das Unternehmen zu einer riskanten Sache macht. (tc)