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Ziebart will Infineon gesundschrumpfen

22.12.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Infineon-Vorstandsvorsitzende Wolfgang Ziebart will das Unternehmen künftig strikt auf Ertrag ausrichten, statt auf Wachstum. Sein Vorgänger Ulrich Schumacher habe in diesem Punkt eine andere Zielsetzung vertreten, erklärte der seit September amtierende Chef des Münchner Halbleiterherstellers laut Presseberichten. Die Zeiten hätten sich aber geändert. "Wenn wir erkennen, dass ein Geschäft nicht profitabel werden kann, werden wir sehr konsequent sein", so Ziebart. Er werde keine Hauruck-Aktionen machen und alles Mögliche weghacken. Auf dem Prüfstand stehen den Berichten zufolge so genannte strategische Geschäfte, unter anderem die Aktivitäten im Bereich Biochips oder chipgesteuerter Kleidung. Bereits Ende Oktober hatte der Konzern angekündigt, sich von seiner Risikokapitalsparte Infineon Ventures zu trennen.

Zudem hatte Infineon vergangene Woche Pläne veröffentlicht, die Zahl der Geschäftsbereiche von vier auf drei zu reduzieren. Die drei Vorstände Peter Bauer (bislang Vertrieb/Marketing), Kin Wah Loh (Asien) und Andreas Zitzewitz (Produktion) erhalten dabei jeweils die Verantwortung für einen Bereich. Bislang sei Infineon in seiner inneren Struktur zu arbeitsteilig aufgestellt gewesen, erläutert Ziebart diesen Schritt gegenüber der Presse. Ein entscheidender Erfolgsfaktor sei es, einen Teil dieser Verantwortung auf niedrigere Hierarchieebenen zu verlagern.

Ziebart rechnet damit, dass der zu erwartende Abschwung in der Halbleiterindustrie bei weitem nicht mehr so stark ausfallen werde wie 2001. Im Jahr 2006 erwartet der Konzernchef dann wieder einen kräftigen Aufschwung im Speichergeschäft, angetrieben durch das neue Windows-Betriebssystem Longhorn. (mb)