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Zeitungsbericht: Telekom will in Osteuropa zukaufen

03.06.2004

Die Deutsche Telekom geht wieder zaghaft auf Expansionskurs. Wie die "Financial Times Deutschland" berichtet, interessiert sich das Bonner Unternehmen dabei insbesondere für die staatliche Telefongesellschaft Telecom Montenegro. Die Übernahme soll allerdings nicht direkt, sondern über die ungarische Telekom-Tochter Matav erfolgen. Telecom Montenegro ist zu 89 Prozent in Staatsbesitz und verfügt in der serbischen Teilrepublik über das Monopol im Festnetz. Zu der TK-Gesellschaft gehört neben einem Internet-Provider auch der Mobilfunk-Marktführer Monet, der mit 420.000 Kunden 60 Prozent des Mobilfunkmarktes im Land kontrolliert.

Daneben werde laut "FTD" in Ungarn spekuliert, dass die Telekom Matav mittelfristig komplett übernehmen könnte, Die Deutsche Telekom ist mit fast 60 Prozent an der ungarischen Tochter beteiligt und nutzt das Unternehmen als Stützpunkt für die Ausdehnung in Südosteuropa. Matav hält unter anderem die Mehrheit am größten Telekomkonzern Mazedoniens. Eine Übernahme könnte in den nächsten zwei bis drei Jahren Sinn machen, zitiert das Wirtschaftblatt aus einer Analyse der Raiffeisen Centrobank.

Bereits zuvor könnte die Telekom ihren 51-prozentigen Anteil an dem führenden kroatischen TK-Konzern Hrvatski Telekom aufstocken. Laut FTD zählt das Unternehmen mit 1,1 Milliarden Euro Jahresumsatz zu den größten TK-Anbietern der Region. Die restlichen 49 Prozent sind im Besitz der kroatischen Regierung, allerdings gibt es Pläne, 35 Prozent über die Börse zu verkaufen. (mb)