Kurzarbeit

Zeiss will rund 60 Millionen Euro sparen

10.03.2009
Der Optik- und Elektronikspezialist Carl Zeiss will im aktuellen Geschäftsjahr (bis 30. September) wegen eines deutlichen Nachfragerückgangs verstärkt Kosten sparen.

Insgesamt sollen etwa durch Kurzarbeit bis zu 60 Millionen Euro eingespart werden, sagte der Finanzvorstand des Unternehmens mit Sitz in Oberkochen, Michael Kaschke, am Dienstag in Frankfurt. Im ersten Halbjahr 2009 schickt Zeiss deshalb rund 1300 Mitarbeiter in Kurzarbeit. In den nächsten Wochen sollen noch weitere 300 Mitarbeiter folgen. Betroffen ist vor allem die Halbleitersparte in Wetzlar, Oberkochen und Jena. Die Zahl der Zeitarbeiter ist bereits reduziert worden.

Optiken von Zeiss stecken zum Beispiel in vielen Handys von Nokia.
Optiken von Zeiss stecken zum Beispiel in vielen Handys von Nokia.

In den ersten drei Monaten des aktuellen Geschäftsjahres lagen die Erlöse mit 601 Millionen Euro 17 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Auftragseingang sank um 16 Prozent - vor allem im Bereich Halbleitertechnik und Industrielle Messtechnik. Es gebe kaum eine Nachfrage nach Fertigungstechnik, sagte Vorstandschef Dieter Kurz. Auch die Bestellungen aus der Automobilindustrie seien deutlich zurückgegangen.

Für die Zukunft sei das Unternehmen durch eine hohe Nettoliquidität und eine gute Eigenkapitalquote gut aufgestellt. "Wir werden aber das Umsatzniveau des Vorjahres nicht erreichen können und das wird auch Auswirkungen auf das Ergebnis haben", sagte Kurz. Auch die Investitionen würden deutlich unter denen des vergangenen Jahres liegen, kündigte Kaschke an. In Forschung und Entwicklung investierte Zeiss im vergangenen Geschäftsjahr rund 321 Millionen Euro, in Produktionsanlagen rund 118 Millionen Euro.

Im vergangenen Geschäftsjahr verzeichnete Carl Zeiss ein Umsatzplus von fünf Prozent auf rund 2,7 Milliarden Euro. Dabei erzielte das Unternehmen 84 Prozent der Erlöse außerhalb Deutschlands. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sank um 13 Prozent auf 343 Millionen Euro. Der Auftragseingang ging um vier Prozent zurück. Der Jahresüberschuss belief sich auf 178 Millionen Euro nach 233 Millionen Euro im Vorjahr. Zeiss beschäftigt weltweit rund 13.000 Mitarbeiter, davon 8400 in Deutschland. (dpa/tc)