Klout, HootSuite, TweetDeck, Topsy
Zehn Social-Media-Dienste im Vergleich
Platz 10 - Cotweet.com: Feindliche Übernahme

Foto: Stefan von Gagern
Es gibt immer einen noch größeren Fisch in den Gewässern der Social-Media-Startups. Manchmal, wie im Fall von TweetDeck und Twitter, schaden Übernahmen aus Sicht des Users kaum oder bringen sogar Vorteile. Cotweet wurde 2009 gegründet und konnte mit einem kleinen Team schnell Erfolge feiern. Der Dienst schloss eine weitere Lücke fürs Twittern in Firmen. Vorher bestand immer das Problem, dass nur eine Person pro Konto twittern kann oder sich mehrere einen Login teilen müssen, was im Unternehmensumfeld schnell zum Problem werden kann. Cotweet half da als kostenloses Tool weiter: Bis zu sechs Mitarbeiter, genannt Clients oder Multiuser, konnten per E-Mail zum Twittern eingeladen werden, ohne dass die Zugangsdaten geteilt werden mussten.

Foto: Stefan von Gagern
Cotweet gibt es nach wie vor, seit der Übernahme durch den E-Mail-Marketing-Anbieter Exacttarget vor zwei Jahren aber nur noch in der Enterprise-Version. Anfang 2012 wurde dann das Produkt SocialEngage gestartet, das die besten Elemente von Cotweet weiterentwickeln soll. Gleichzeitig schloss der neue Anbieter kurzerhand alle noch bestehenden Gratis-Konten von Cotweet. Wer Social Engage kostenfrei testen wollte, konnte das nur bis Ende Februar - seitdem ist auch diese Produktlinie nur noch in der kostenpflichtigen Enterprise-Version zu haben. Und selbst die Anmeldung hierfür ist alles andere als einfach: Der Besucher verfängt sich schnell in undurchsichtigen Websites, die mit viel Marketing-Getöse über "Social Engagements" und Reports über die Entwicklung des Marktes aufwarten - aber selbst hier ist für den Download der Informationen zunächst eine sehr lange Anmeldeprozedur zu durchlaufen.
Fazit: Cotweet ist ein gutes Beispiel dafür, wie eine Firmenübernahme einem guten Namen den Garaus machen kann. Undurchsichtige Kommunikation und kaum Möglichkeiten zum Quereinstieg machen Neukunden unmöglich und lassen das einst gute Tool von der Bildfläche verschwinden.
