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Xing, Jobware, Monster und Co.

Zehn Karriereportale im Vergleich

Stefan von Gagern ist diplomierter Medientechniker (FH) und war als Redakteur und Ressortleiter bei den Fachtiteln "Screen Busines Online" und "Page" tätig. Später lehrte er als Dozent für Medienkonzeption im Master-Studiengang "Multimedia Production" an der Fachhochschule Kiel. Heute schreibt er als freier Fachjournalist und Autor über Themen wie Publishing, Internet, Social Media und Digital Lifestyle. Parallel berät er Unternehmen bei der Konzeption und Umsetzung von Social-Media-Auftritten.
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Was haben aktuelle Business-Netzwerke, Jobbörsen und Headhunter-Portale in Sachen Design, Bedienung und Technik zu bieten? Die COMPUTERWOCHE lässt zehn wichtige Karriereportale gegeneinander antreten.

Xing.com: Business-Klassiker in aufgefrischter Optik

Das neue Xing fühlt sich neben der Facebook-inspirierten Optik deutlich interaktiver und mehr nach Webapplikation an.
Das neue Xing fühlt sich neben der Facebook-inspirierten Optik deutlich interaktiver und mehr nach Webapplikation an.
Foto: Stefan von Gagern

Ein Xing-Profil und das Vernetzen mit Geschäftspartnern gehören in Deutschland nicht nur im IT-Umfeld inzwischen zum guten Ton. Xing ist ein Businessnetzwerk, das auch in der kostenlosen Basismitgliedschaft sinnvoll und fast voll funktionsfähig ist. Premium-Mitglieder sehen ab 4,95 Euro Monatsgebühr zusätzlich, wer das eigene Profil aufgerufen hat, wie er dorthin gekommen ist (zum Beispiel "Klick in die Kontakte von Person XY") und genießen eine werbefreie Seite. Schon seit 2006 am Start (und zuvor schon länger unter dem alten Namen "OpenBC"), spürt der deutschsprachige Platzhirsch die Konkurrenz von LinkedIn im Business-Bereich und Facebook in Sachen Soziale Netzwerke. Der radikalste Relaunch der Xing-Geschichte folgte und heraus kam vor einigen Monaten eine neue Oberfläche, die von vielen Mitgliedern heftig diskutiert wurde ("Facebook in grün" etc.).

Nachrichten aus dem Netzwerk sind jetzt in einem chronologischen Feed leichter im Blick, da er den Platz im Browserfenster besser ausnutzt, als es das alte Quer-Layout getan hat. Statt mit "Gefällt mir" hebt der Xing-User Interessantes mit einem Stern hervor, kann aber auch kommentieren, teilen (hier "empfehlen" genannt) und mit dem Ansicht-Menü bestimmen, was in seinem Strom erscheint. Die neue "Mein Xing"-Hauptleiste am linken Rand bleibt immer griffbereit. Unwichtigere Meldungen wie Einladungen oder Gruppen-Newsletter müssen nicht mehr weggeklickt werden. Klarere farbliche Kontraste machen es zudem leichter, Inhalt und Navigation zu unterscheiden - so gibt es weniger Ablenkung als zuvor.

Fazit: Das neue Xing ist ohne Zweifel benutzerfreundlicher und deutlich modernisiert. Fraglich ist allerdings, ob die stark an die Oberfläche gerückten Statusmeldungen auch dem Nutzerverhalten entsprechen. Viele interessieren - anders als bei Facebook - diese täglichen Updates kaum. Xing bleibt für die meisten Anwender in erster Linie das Online-Adressbuch wichtiger Geschäftskontakte, worauf sich die Xing-Macher aus Hamburg weiter konzentrieren sollten.