Web

Relaunch

ZDF-Webseiten werden Tablet-tauglicher

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Das ZDF relauncht am Sonntag, 29. April 2012, seine drei Onlineportale ZDF.de (Programm), heute.de (Informationen) und ZDFsport.de (Sport).

"Damit bringen wir neben der Erfolgsmarke Mediathek auch unser Seitenangebot auf die Höhe der Zeit", erklärte Chefredakteur Peter Frey. "Unseren Kurs eines bewegtbildorientierten Onlineauftritts setzen wir konsequent fort." Das neue, im Kern horizontal angelegte Design soll einer Mitteilung zufolge den Nutzern eine schnelle Orientierung und leichte Navigation ermöglichen. Der am Fußende über alle Seiten hinweg durchgängig angebotene TV-Programmführer (EPG) werde das neue Rückgrat der Portale und stehe für die enge Verknüpfung der Sites mit den TV-Programmen des ZDF.

Das neue Angebot soll sich außerdem auf allen Endgeräten nutzen lassen - im Büro, auf Tablet oder Smartphone. Beispielsweise verabschiedet sich die ZDF.de-Startseite mit ihrer horizontalen Navigation von der bisherigen Mehrspaltigkeit und vom vertikalen Endlos-Scrollen. Für alle Portale gibt es eine mobile Ausspielung, die Sportvariante allerdings erst kurz vor Start der Olympischen Spiele. heute.de verknüpft künftig Teletext- und Online-Nachrichten. Diese werden in einem Arbeitsgang erstellt und in einem "Nachrichtencenter" um Filme aus der "heute"-Redaktion ergänzt.

Im Mittelpunkt der Neugestaltung der Sites stehe die Idee, die Inhalte in eine leicht verständliche, nutzerfreundliche Ordnung zu bringen, so das ZDF. Damit werde hinter den Kulissen auch das plattformübergreifende Arbeiten im ZDF-Alltag weitergeführt. Jenseits der Aktualität im News-Bereich setze das ZDF auf weniger Themenbreite, mehr Thementiefe und einen kritischeren journalistischen Zugang. Das alles passiert freilich nur bedingt freiwillig, sondern wurde durch den 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag erzwungen.

Am Relaunch seiner Portale hat das ZDF insgesamt eineinhalb Jahre gearbeitet. Wichtigster Implementierungspartner war erneut Capgemini, das den Zuschlag für das Projekt im Juli 2011 bekommen hatte. Der Dienstleister hatte bereits die Mediathek des ZDF weiterentwickelt. "Die Rahmenbedingungen für ein Medienprojekt in dieser Größenordnung und der kurze Entwicklungszeitraum waren mehr als nur eine Herausforderung", gesteht Wolfgang Herbst, Vice President bei Capgemini. Konzeptionell arbeitete das ZDF an dem Relaunch außerdem mit den Agenturen Plan.net und Henkelhiedl.