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Studie von ibi research

Zahlungsmethoden in Webshops

Ronald Wiltscheck widmet sich bei ChannelPartner schwerpunktmäßig den Themen Software, Security und E-Commerce. Außerdem ist er im Event-Geschäft tätig.
In der zweiten Jahreshälfte 2012 befragte ibi research über 1.000 Kunden von Online-Shops zu ihrem Zahlungsverhalten. Demnach bevorzugen ältere Online-Käufer die gute alte Rechnung als Payment-Methode.

In der zweiten Jahreshälfte 2012 befragte ibi research über 1.000 Kunden von Online-Shops zu ihrem Zahlungsverhalten. Demnach bevorzugen ältere Online-Käufer die gute alte Rechnung als Payment-Methode. Die Online-Befragung wurde von Interessenten insgesamt 1.197 mal aufgerufen, davon haben 1.060 Personen den Fragebogen bis zum Ende ausgefüllt.

Kunden würden am liebsten per Rechnung zahlen.
Kunden würden am liebsten per Rechnung zahlen.
Foto: ibi research

Die daraus gewonnen Erkenntnisse zu den beliebtesten Zahlungsmethoden können Online-Händlern helfen, ihre Webshops den Kundenwünschen gemäß anzupassen. Denn viele Kunden brechen den Kaufvorgang im Webshop ab, weil sie dort nicht das für sie passende Zahlungsverfahren finden.

Aber welche Kombination von Payment-Methoden verspricht den größten Erfolg? Schließlich ist es in der Praxis aus administrativen und finanziellen Gründen unmöglich, alle existierenden Zahlungsverfahren gleichzeitig anzubieten. "Das eine Zahlungsverfahren, das alle Anforderungen des Händlers sowie des Kunden optimal erfüllt, gibt es nicht", erklärt Johannes F. Sutter, Head Distance Payments Germany bei SIX Payment Services. "Online-Händler müssen sich daher genau überlegen, welche Kombination von Zahlungsverfahren und vor- und nachgelagerten Maßnahmen im Risiko- und Forderungsmanagement ihnen den höchsten Gewinn verspricht."

Wenn der Online-Händler die Zahlung per Rechnung zuläst, sind die Kaufabbruchquote signifikant.
Wenn der Online-Händler die Zahlung per Rechnung zuläst, sind die Kaufabbruchquote signifikant.
Foto: ibi research

"Online-Käufer bevorzugen ganz unterschiedliche Zahlungsmethoden - je nach Art der Ware, Höhe des Kaufbetrages, Herkunft und persönlicher Einstellung. Fehlende Zahlungsmöglichkeiten können sogar zu Kaufabbrüchen führen", weiß Manfred Krüger, Vorsitzender der Geschäftsführung der ConCardis GmbH, aus eigener Praxis zu berichte.

Dieser Problematik ist ibi research auf den Grund gegangen. In der aktuellen Studie "Erfolgsfaktor Payment" (erschienen im März 2013) beleuchtet der E-Commerce-Experte den Status quo, aktuelle Trends und zukünftige Entwicklungen im Bezahlverhalten der Käufer in Webshops,

Die Ergebnisse sollen den Händlern eine grundlegende Übersicht über das konkrete Bezahlverhalten von potenziellen Kunden vermitteln sowie Vergleiche ermöglichen. Die Händler können dadurch ihre eigenen Potenziale und ihre konkreten Portfolios an Zahlungsverfahren besser einschätzen und optimieren.

Klassische Rechnung ganz vorn

Nicht überraschende, dass die Rechnung bei allen Altersgruppen das beliebteste Zahlungsverfahren darstellt und besonders von Menschen ab 55 Jahren favorisiert wird. So würden die meisten Online-Kunden (45 Prozent) am liebsten per Rechnung zahlen, es folgt die Kreditkarte, die jeder fünfte Interessent zücken würde. Auch PayPal mit 19 Prozent der Nennungen liegt nahezu gleichauf.

Kreditkarte ist das in Webshops am häufigsten eingesetzte Zahlungsmittel.
Kreditkarte ist das in Webshops am häufigsten eingesetzte Zahlungsmittel.
Foto: ibi research

In der Realität sieht es naturgemäß anders aus. Manchmal kann der Kaufpreis nur via Kreditkarte beglichen weden. 2012 wurden daher vor allem die Kreditkarte (74 Prozent der Befragten) und der Rechnungskauf (71 Prozent) beim Online-Kauf genutzt. PayPal und Kreditkarte empfinden viele Kunden als die nutzungsfreundlichsten Zahlungsverfahren, kein Wunder, das geht ja auch schneller als die mühsame Überweisung des Rechnungsbetrages nach Erhalt der Ware.

Dennoch, die Rechnung halten die meisten Kunden (61 Porzent) für das mit Abstand sicherste Zahlungsverfahren. Auf den weiteren Plätzen, jedoch mit sehr großem Abstand, folgen PayPal (elf Prozent), Kreditkarte (acht Prozent) und Lastschrift (sechs Prozent). Letzteres ist schon etwas verwunderlich, hat doch jeder Kunde das Recht, eine Lastschrift innerhalb von sechs Wochen "zurück zu fordern" - bei vielen Online-Banking-Systemen funktioniert so etwas per Mausklick.

Angesicht der Beliebtheit und scheinbarer Sicherheit sollte daher jeder Online-Händler die Zahlung per Rechnung immer anbieten, dazu ist es nie zu spät. Wird diese Bezahlmethode eingeführt., sinkt die Kaufabbruchquote im Webshop um durchschnittlich 80 Prozent, so lautet ein weiteres wichtiges Ergebnis der ibi-Studie.

Wenn nur die Zahlung per Vorkasse angeboten wird, suchen gar 88 Prozent der Kunden nach einem anderen Anbieter. Ein Rabatt von drei Prozent steigert den Anteil der Vorkassezahlungen jedoch deutlich. Und wenn der Webshop über ein Gütesiegel verfügt, sinkt die Kaufabbruchquote signifikant.

Die komplette ibi research-Studie zum Bezahlverhalten von Online Kunden kann hier kostenlos herunter geladen werden.

Dieser Artikel basiert auf einem Beitrag der CW-Schwesterpublikation ChannelPartner. (mhr)