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Werbefreiheit bekommt ihren Preis

YouTube plant kostenpflichtiges Abonnement

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Googles Webvideo-Tochter YouTube will Medienberichten zufolge noch in diesem Jahr ein kostenpflichtiges Abonnement einführen.

Zahlende Abonnenten könnten YouTube dann zukünftig ohne Werbung nutzen, berichtet unter anderem die Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Die Einnahmen aus den Abogebühren will YouTube mit seinen Partnern teilen, die ihre Clips bei dem Dienst einstellen - eine diesbezügliche Vorankündigung gab es gerade per E-Mail. Die Publisher müssen neue Nutzungsbedingungen akzeptieren und sollen dann laut "Caschys Blog" 55 Prozent der der Nettoeinnahmen bekommen, die YouTube aus Abonnements erhält (das ist der gleiche Satz, der bislang bei YouTube durch Werbeeinnahmen im klassischen Sinne an Partner ausgezahlt wurde).

YouTube-Chefin Susan Wojcicki
YouTube-Chefin Susan Wojcicki
Foto: Google

Mit dem werbefreien Abonnement für laut "Mobile Geeks" rund 10 Dollar im Monat, das wohl noch in diesem Jahr starten wird, würde YouTube stärker mit Streaming-Diensten wie Netflix, Hulu oder HBO Now um die Gunst der Medienkonsumenten konkurrieren, die Videos immer öfter im Web und auf mobilen Geräten angucken.

Das Angbot würde auch zu einem breiteren Trend bei Google passen, sich neue Umsatzströme jenseits von Werbung aufzubauen. YouTube-Kunden können bereits Spielfilme wie "Interstellar" oder "The Interview" mieten oder kaufen. Schon seit 2013 gibt es kostenpflichtige Kanäle für Premium-Inhalte, ferner läuft seit fünf Monaten in den USA der Beta-Test des ebenfalls kostenpflichtigen und werbefreien Musik-Dienstes "Music Key".