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Yahoos neue Einnahmequellen sprudeln

13.12.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Strategie des Internet-Portals Yahoo Inc., sich von Werbeeinnahmen unabhängiger zu machen, scheint aufzugehen. Neue gebührenpflichtige Angebote wie High-Speed-Internet-Zugang oder das Jobportal werden vom Markt bestens angenommen. Auch die Transaktionsgebühr für E-Commerce-Aktivitäten, die über die Yahoo-Plattform abgewickelt werden, brachte zusätzlich Geld in die Kasse, sagte Yahoos Chief Executive Officer (CEO) Terry Semel in New York.

Im dritten Quartal machten die Werbeeinnahmen nur noch 59 Prozent des gesamten Umsatzes aus. Bisher trug Online-Werbung zu 90 Prozent zum Gesamtumsatz bei. Der Geschäftsbereich hingegen, der sowohl traditionelle Markenwerbung als auch die neue Werbeform durch bezahlte Suchergebnisse umfasst, wuchs im Vergleich zum Vorjahresquartal um 22 Prozent. Bei dieser Form der Werbung werden Suchergebnisse, die zu einem Sponsor führen, gesondert angezeigt.

Verdoppelt hat sich das Geschäft der so genannten Premium Services mit gebührenpflichtigen Kleinanzeigen und High-Speed-Internet. Hiermit wurden 34 Prozent des Gesamtumsatzes erzielt. Ebenfalls verdoppelt hat sich das Umsatzvolumen der Partnergeschäfte.

Für das vierte Quartal rechnet Yahoo mit einem Umsatzwachstum von mindestens 22 Prozent im Werbegeschäft. Die Finanzexperten des Online-Riesen stützen ihre Hoffnungen dabei vor allem auf die durch Sponsoren finanzierte Suche, spekulieren aber auch darauf, dass die traditionelle Markenwerbung wieder anzieht.

Die gebührenpflichtige Jobbörse HotJobs konnte laut Semel Marktanteile dazugewinnen, während Yahoos größter Rivale Monster.com, die Online-Jobbörse von TMP Worldwide Inc., an Boden verloren haben soll.

Insgesamt rechnet der Internet-Dienstleister für das Jahr 2002 mit einem Umsatz in Höhe von 930 bis 955 Millionen Dollar, das entspricht einem Wachstum um rund 30 Prozent. Im Folgejahr erwartet Yahoo ein 20-prozentiges Wachstum auf rund 1,08 Milliarden bis 1,18 Milliarden Dollar.

Wie Finanzchefin Susan Decker mitteilte, geht das Unternehmen von einem um 40 Prozent höheren Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen in Höhe von 190 bis 200 Millionen Dollar aus. Damit übertrifft Yahoo die im Oktober formulierten Erwartungen von einer 20- bis 30-prozentigen Verbesserung des Ebitda. (bw)