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1 Terabyte kostenlos

Yahoo will flickr wieder cool machen

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Flickr ist so etwas die Mutter aller Foto-Communities im Web. Yahoo hat den Dienst nun endlich runderneuert.
Tschüs, Metadaten und Whitespace - das neue flickr stellt die Fotos in den Vordergrund.
Tschüs, Metadaten und Whitespace - das neue flickr stellt die Fotos in den Vordergrund.
Foto: Yahoo

Yahoo hatte flickr schon 2005 von der kanadischen Ludicorp um Gründerin Caterina Fake gekauft und seitdem nicht groß weiterentwickelt. Nun wird flickr mit einem Rundumschlag neu aufgestellt - höchste Zeit, denn viele Nutzer stellen ihre digitalen Fotos mittlerweile bei konkurrierenden Diensten wie Facebook oder Google(+) ins Netz.

Beim neuen flickr bekommen die Nutzer kostenlos ein Terabyte Speicherplatz für ihre Fotos und Videos (hier kann man neu bis zu drei Minuten HD-Material in 1080p hochladen). Fotos werden auf der Seite eines Nutzers nun nahtlos und bildschirmfüllend angezeigt; das Buddy-Icon ist nun hochauflösend, außerdem gibt es ein Header-Bild.

Die flickr-Homepage hat einen Activity-Feed, der neue Uploads von Kontakten mit Aktivität aus dem eigenen Fotostream kombiniert und das Teilen und Kommentieren von Fotos deutlich einfacher macht. Auch die integrierte Diashow-Funktion wurde aufgebohrt und bietet nun Übergänge und automatische Gesichtserkennung.

Für iOS hatte Yahoo bereits im Dezember eine neue flickr-App herausgebracht. Jetzt gibt es auch eine neue App für Android-Geräte, die in Sachen UI/UX noch näher an der neuen Web-Gestaltung ist. Zu möglichen neuen Apps für andere Plattformen wie Windows Phone sagt Yahoo leider nichts.

Bisherige Pro-Kunden bleiben einstweilen Pro, wenn sie das wollen.
Bisherige Pro-Kunden bleiben einstweilen Pro, wenn sie das wollen.

In der Vergangenheit gab es bei flickr erhebliche Unterschiede zwischen relativ limitierten, kostenlosen und den bezahlten "Pro"-Accounts, die deutlich mehr Upload-Volumen und Möglichkeiten boten. Damit ist jetzt Schluss - die kostenlosen Konten wurden durch den Relaunch massiv aufgewertet.

Bezahlen kann man für flickr aber auch weiterhin: Für 50 Dollar im Jahr wird der Dienst werbefrei; für 500 Dollar per annum bekommt man überdies 2 Terabyte Speicherplatz ("Doublr") statt 1 TB. Bisherige Pro-Kunden können derzeit ihre Accounts noch verlängern und erhalten dafür Werbefreiheit, unbegrenzten Speicher und erweiterte Statistiken. Wie lange diese Option bestehen bleibt, ist unklar.