Zum Schutz vor NSA-Spionage

Yahoo verschlüsselt internen Datenverkehr

03.04.2014
Der US-Geheimdienst NSA soll sich in den internen Datenverkehr von Yahoo und Google eingeklinkt haben. Diese Enthüllung empörte die Internetfirmen. Jetzt setzte nach Google auch Yahoo Schritte zum besseren Schutz der Nutzerdaten um.

Der Internetkonzern Yahoo verschlüsselt nach Enthüllungen über NSA-Überwachung den Datenverkehr zwischen seinen Rechenzentren. Seit dem 31. März werde der gesamte interne Datenaustausch auf diese Weise geschützt, schrieb Yahoos Sicherheitschef Alex Stamos am Mittwochabend in einem Blogeintrag.

Yahoo-Zentrale in Sunnyvale, Kalifornien
Yahoo-Zentrale in Sunnyvale, Kalifornien
Foto: Yahoo

Das Unternehmen zieht damit die Konsequenz aus Enthüllungen, der amerikanische Geheimdienst National Security Agency (NSA) habe die Datenübertragung zwischen Rechenzentren ausgeschnüffelt. Yahoo und der ebenfalls betroffene Internet-Konzern Google hatten empört auf die Berichte reagiert. Die neuen Maßnahmen sollten helfen, "Angriffe und Überwachung zu bekämpfen, die die Privatsphäre unserer Nutzer verletzt", schrieb Yahoo-Manager Stamos. Google gab bereits im März bekannt, dass die interne Datenübertragung verschlüsselt laufe.

Yahoo und Google unterhalten eigene Rechenzentren, die unter Anderem über Glasfaserkabel verbunden sind. Da die Infrastruktur den Unternehmen selbst gehört oder nur von ihnen genutzt wird, wurden die Informationen innerhalb dieses Systems früher nicht verschlüsselt.

Yahoo erklärte, dass Verbindungen zum hauseigenen E-Mail-Dienst nun automatisch mit HTTPS geschützt werden. Das Unternehmen kündigte weitere Schritte an: "Unser Ziel ist es, unsere gesamte Plattform für alle Nutzer jederzeit zu verschlüsseln, als Standardeinstellung", schrieb Stamos. Aktivisten hatten Yahoo im Zuge des NSA-Skandals für eine zögerliche Umsetzung solcher Schutzmaßnahmen kritisiert. (dpa/tc)