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Yahoo unter Stasi-Verdacht

12.08.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Mit seiner Zusage an die chinesische Regierung, keine Inhalte mehr zu verbreiten, die als "schädlich oder staatsgefährdend" gelten, hat sich Yahoo Ärger eingehandelt. Die Selbstverpflichtung mache das Unternehmen zum Komplizen bei Menschenrechtsverletzungen, kritisiert die US-amerikanische Gruppe Human Rights Watch. Das Internet-Portal wandle sich "vom Tor für Information zum Torwächter", erklärte Kenneth Roth, Direktor der Menschenrechtsgruppe. Yahoo habe auf einen Beschwerdebrief seiner Organisation bislang nicht geantwortet. Die chinesische Regierung soll bereits mehrere hundert Unternehmen und Organisationen zur Unterzeichnung solcher Erklärungen bewegt haben. Darin verpflichteten sie sich, keine Informationen zu verbreiten, die die staatliche Sicherheit gefährden oder die soziale Stabilität stören könnten. (wh)