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Yahoo und Microsoft wollen Google das Werbeleben schwerer machen

03.08.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Yahoo und Microsoft wollen Google in Sachen kontextbezogene Werbeanzeigen künftig mehr Konkurrenz machen. So soll es künftig auch kleineren Website-Betreibern und Blog-Seiten möglich sein, sich über das "Yahoo Publisher Network" in den Anzeigenmarkt des Portalriesen einzuklinken. Yahoo versorgt die Partner-Sites, zu denen die Onliner über Suchanfragen gelangen, automatisiert mit zu den Inhalten passenden Werbeanzeigen. Klickt ein Nutzer auf die Online-Anzeige, muss der Werbetreibende eine bestimmte Gebühr zahlen. Diese teilen sich Yahoo und der Site-Betrieber.

Während Yahoo und Google im Geschäft mit großen Site-Partnern bislang gleichauf lagen, dominierte der Suchmaschinenprimus bislang über sein "Adsense"-Programm den Markt mit kleineren Site-Betreibern. Das soll sich künftig ändern. Yahoo arbeitet bereits seit längerem daran, Boden gegenüber dem Konkurrenten gutzumachen (siehe: Yahoo greift Google im Werbemarkt an). Während der Portalanbieter laut einem Bericht des Wall Street Journal bereits am heutigen Mittwoch mit seinem Publisher Network startet, benötigt Microsoft jedoch noch ein paar Monate. Die Planungen für das Projekt "MSN Keywords", das die gleichen Ziele verfolgt, sollen kommende Woche beginnen. Die Testphase soll im Oktober in den USA starten.

Die Einnahmen aus diesem Geschäftsfeld werden für die Suchmaschinenanbieter immer wichtiger. Bei Google machte dieser Posten den Großteil des Search-Revenue von 630 Millionen Dollar im zurückliegenden Quartal aus. Insgesamt verbuchte der Suchmaschinenbetreiber zuletzt Quartalseinnahmen in Höhe von 1,38 Milliarden Dollar.

Marktforscher gehen davon aus, dass dieser Anzeigenmarkt weiter rasant wachsen wird. Laut den Analysten von eMarketer Inc. sei 2005 in den USA von einer Wachstumsrate von rund 40 Prozent auszugehen. Das Geschäft soll von 3,9 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr auf rund 5,4 Milliarden Dollar 2005 zulegen. (ba)