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Fast untergegangen

Yahoo! und Google sind auch IM-Partner

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Als Google und Yahoo! vergangene Woche ihre neue Partnerschaft ankündigten, wurde ein Punkt beinahe übersehen: Die beiden Internet-Konzerne wollen ihre Instant-Messaging-Lösungen miteinander verbinden.

Diese IM-Kooperation könnte auf längere Sicht ein ordentlicher Wachstumsmotor werden. Zwar generieren Instant-Messaging-Dienste nicht viel Umsatz, aber sie lenken Nutzer auf allerlei Portal-Anlaufstellen. Dass Google den populäreren Service von Yahoo! mit seinem eigenen zusammenschalten will, unterstreicht die Bedeutung.

Außerdem gilt Instant Messaging (IM) als Schlüsseltechnik für das mobile Internet. "In der Mobilgeschichte wird Instant Messaging bedeutsamer werden", glaubt der ABI-Research-Analyst Michael Wolf. "Zum jetzigen Zeitpunkt ist es nur ein schwammiges Geschäftsmodell."

Für Google darf die Verbindung zum Yahoo! Messenger als Erfolg gewertet werden, da es in diesem Segment bislang nur bescheidene Erfolge vorweisen kann. In den USA dominiert Yahoo! nach Zählung der Marktforscher von IDC den Markt mit 23 Prozent Anteil, gefolgt von AOL (AIM/ICQ) mit 22 und Microsoft mit 18 Prozent. Google Talk erreicht dagegen bislang nur fünf Prozent der Nutzer.

Google Talk, basierend auf dem quelloffenen Jabber-Protokoll XMPP, arbeitet bereits mit dem AIM zusammen. Der MSN Messenger von Microsoft seinerseits spricht mit dem Yahoo!-Pendant. Außerdem gibt es verschiene Multiprotokoll-Clients, denen aber zumeist optimierte Sonder-Features fehlen.