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Yahoo stoppt Auktion von Nazi-Artikeln, erhebt Gebühren

03.01.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Yahoo will entgegen seiner bisherigen Unternehmensphilosophie, die Aktionen auf seinen Websites nicht zu überwachen, künftig Auktionen von Nazi- und Ku-Klux-Klan-Memorabilien sowie ähnlichen gewaltverherrlichenden Gegenständen auf seiner Homepage unterbinden. Zu diesem Zweck soll eine Software eingesetzt werden, die die Auktionsartikel noch vor der Versteigerung scannt und umstrittene Objekte blockiert. Die neue Firmenpolitik von Yahoo tritt ab dem 10. Januar in Kraft. Obwohl derartige Auktionen in den USA bislang legal sind, gibt das Portal mit diesem Schritt dem öffentlichen Druck nach. Im November 2000 war Yahoo von einem französischen Gericht dazu verurteilt worden, Franzosen den Zugang zu Nazi-Auktionen via der US-Website zu verwehren (Computerwoche online berichtete).

Zudem will Yahoo ab kommenden Mittwoch erstmals Listen-Gebühren auf die zur Versteigerung angebotenen Artikel erheben. Je nach Wert der Gegenstände sollen 20 Cent bis 2,25 Dollar fällig werden. Im Gegensatz zu den Konkurrenten Ebay und Amazon.com plant das Internet-Portal jedoch keine Einführung von Provisionszahlungen nach der erfolgreichen Versteigerung der Objekte. Yahoo erhofft sich von dieser Maßnahme einerseits eine höhere Qualität der angebotenen Artikel, zum anderen offenbar eine neue Einnahmequelle. Bisher erwirtschaftet die Internet-Company 80 Prozent ihres Umsatzes mit Online-Werbung. Dieser Markt hat durch die Dotcom-Flaute in letzter Zeit jedoch stark gelitten.