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Yahoo kassiert für Suchmaschineneinträge

02.03.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Website-Betreiber, die sicher gehen wollen, dass ihre Angebote über die Suchmaschine von Yahoo zu finden sind, sollen künftig am "Content Aggregation Program" (CAP) teilnehmen. Das sieht eine jährliche Grundgebühr von knapp 50 Dollar für die Aufnahme einer Web-Seite in die Yahoo-Datenbank vor. Zusätzlich werden zehn Dollar pro Listing und zwischen 15 und 30 Cent pro Klick fällig.

Die CAP-Sucheinträge werden per Hand indexiert, so dass auch Seiten gelistet werden können, die die Robots von Yahoo nicht finden. Sites, deren Eigentümer nicht am CAP teilnehmen, werden nach wie vor aufgeführt, jedoch übernimmt Yahoo keine Garantie dafür, dass die hauseigenen Robots jede Seite indexieren.

Ähnliche Programme gab es bereits bei den von der Yahoo-Suchsparte Overture übernommenen Suchmaschinen Altavista und Fast (Computerwoche.de berichtete).

Die Teilnahme am CAP hat laut Anbieter keine Auswirkung auf das Page-Ranking des betreffenden Angebots. Es handle sich lediglich um eine garantierte Aufnahme in die Datenbank. Unterdessen ruft das Programm Kritiker auf den Plan. Denn die CAP-Sites sind für Nutzer der Suchmaschine von nicht bezahlten Suchergebnissen nicht zu unterscheiden.

Larry Page, Gründer der mittlerweile weltweit am meisten genutzten Suchmaschine Google, will diesem Beispiel nicht folgen. Google werde bezahlte Links auch weiterhin als "Sponsored Links" farblich hervorgehoben darstellen, zitiert ihn das "Wall Street Journal". Eine Vermengung von bezahlten Links und normalen Suchergebnissen vergraule die Anwender.

Es komme auf die Relevanz der gelieferten Ergebnisse an, entgegnete Tim Cadogan, Vice President von Yahoo. Ob der Site-Betreiber für die Aufnahme in den Index bezahlt habe, sei nicht ausschlaggebend. Tricks bei der Suchmaschinen-Optimierung von Webseiten, durch die sich ein Eintrag unter den ersten Plätzen in Trefferlisten erzielen lasse, verfälschten Suchergebnisse viel mehr.

Das Programm steht unter Beobachtung der US-Regulierungsbehörde FTC (Federal Trade Commission). Diese hatte bereits Mitte 2002 diverse Suchmaschinenbetreiber aufgefordert, bezahlte Links zu kennzeichnen (Computerwoche.de berichtete) (lex)