Kleines Umsatzplus

Yahoo! kann den Abwärtstrend stoppen

18.04.2012
Der Umbau beim angeschlagenen Internet-Konzern Yahoo! scheint erste Wirkung zu zeigen.
Drei Dinge braucht Yahoo! aus Sicht von CEO Thompson - Fokus, Fokus, Fokus.
Drei Dinge braucht Yahoo! aus Sicht von CEO Thompson - Fokus, Fokus, Fokus.
Foto: Yodel Anecdotal (CC BY 2.0)

Im ersten Quartal konnte das Urgestein der Branche den Abwärtstrend stoppen und erzielte einen Umsatz von 1,2 Milliarden Dollar (900 Millionen Euro). Das war knapp ein Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die wichtigste Einnahmequelle ist wie beim großen Rivalen Google die Werbung.

Der Gewinn stieg sogar kräftig um 28 Prozent auf 286 Millionen Dollar, wie das Unternehmen aus dem kalifornischen Sunnyvale am Dienstag mitteilte. Der Sprung gelang Yahoo! allerdings nur, weil sich die Beteiligungen gut entwickeln. Die Anteile am chinesischen Internetkonzern Alibaba und an Yahoo! Japan gelten als Schatz des Konzerns.

Ohne die Beteiligungen hätte Yahoo! einen Gewinnrückgang hinnehmen müssen. Die Kosten etwa für Vertrieb und Marketing, die Verwaltung oder die Produktentwicklung waren gestiegen. Denn Yahoo! hatte neue Leute an Bord geholt, obwohl das Geschäft bereits schwächelte. Der zu Jahresbeginn angetretene neue Konzernchef Scott Thompson verordnete Yahoo! daraufhin jüngst ein Sparprogramm, bei dem rund 2000 der 14.000 Stellen wegfallen.

Thompson will Yahoo! stärker fokussieren und aktuell mindestens 50 unlukrative Aktivitäten des Unternehmens einstellen, wie er in der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen ankündigte (welche 50 das sein werden, verriet er aber noch nicht). "Yahoo! hat viel zu lange viel zu viel gemacht - und dabei nur wenige Dinge richtig gut", konzediert der neue CEO.

Thompson gliedert das Unternehmen neu und will dabei Nutzer und Werbekunden stärker in den Mittelpunkt stellen. So will er verlorenes Terrain gegenüber Google oder dem Online-Netzwerk Facebook gutmachen. Die Rivalen hatten sich einen immer größeren Teil am Werbekuchen gesichert. Yahoo! war eine Allianz bei der Internetsuche mit dem Software-Konzern Microsoft eingegangen.

Yahoo! und Microsoft verdienen daran, wenn Nutzer auf Links im Umfeld der Suche klicken - das gleiche Geschäftsmodell hat Google. Während die Einnahmen bei den bezahlten Links jedoch wuchsen, musste Yahoo! in seinem angestammten Geschäft mit grafischen Werbeanzeigen einen Rückgang hinnehmen.

Mit den Zahlen übertraf Yahoo! die Erwartungen der Analysten. Nachbörslich stieg die Aktie um drei Prozent. Yahoo kann sich jedoch mit Google nicht ansatzweise messen, trotz aller Verbesserungen. Der Suchmaschinen-Primus verdiente im gleichen Zeitraum 2,9 Milliarden Dollar.

Yahoo! kämpft schon seit Jahren gegen den Rückgang der Werbeumsätze an. Im Herbst wurde nach rund zwei Jahren Konzernchefin Carol Bartz gefeuert, ihr Nachfolger Thompson kommt von der Internet-Handelsplattform eBay und räumte kräftig auf. Manager und Verwaltungsräte mussten gehen. Selbst Yahoo!-Mitgründer Jerry Yang, der als ein Hindernis für größere Veränderungen galt, zog sich aus dem Unternehmen zurück. (dpa/tc)

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