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XO Communications beantragt Gläubigerschutz

18.06.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Mit XO Communications hat am gestrigen Montag ein weiterer US-Carrier Gläubigerschutz nach Kapitel elf der US-Konkursrechts beantragt. Das Unternehmen brach unter seiner Schuldenlast von rund fünf Milliarden Dollar zusammen, nachdem monatelange Verhandlungen zwischen den Gläubigern und dem Hauptinvestor Theodore Forstmann zu keinem Ergebnis geführt hatten. Ein Übernahmeangebot von Carl Icahn, einem weiteren Finanzier von XO, hatten die Kreditgebern abgelehnt. Wie der Web-Hoster und TK-Dienstleister mitteilte, bezieht sich der Insolvenzantrag nur auf die Muttergesellschaft, der Betrieb des Glasfasernetzes wird dadurch nicht beeinträchtigt. Während des geplanten Geschäftsumbaus seien keine Entlassungen geplant, die Gehälter seien gesichert.

XO geht davon aus, den Betrieb mit den derzeit rund 555 Millionen Dollar in bar ohne fremde Hilfe bis Ende des Jahres aufrecht zu erhalten. Der defizitäre Carrier reichte mit seinem Insolvenzantrag zwei Restrukturierungspläne ein. Der favorisierte Plan sieht vor, dass der bisherige Hauptinvestor Forstmann weitere 400 Millionen Dollar in das Unternehmen steckt, eine ebenso hohe Summe soll der mexikanische Carrier Telefonos de Mexico (Telmex) beisteuern. Die etwas kompliziertere Alternative wäre, dass die Gläubigerbanken ihre bisherigen Verbindlichkeiten von einer Milliarden Dollar gegen einen neuen Kredit über 500 Millionen Dollar sowie eine beträchtliche Beteiligung an XO eintauschen. Gleichzeitig würde der Carrier versuchen, bis zu 250 Millionen Dollar durch Schuldverschreibungen zu erhalten. Diese wiederum will XO über einen neuen Kredit mit bis zu 200 Millionen Dollar absichern. (mb)