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Xerox spricht Gewinnwarnung aus, Aktie fällt

19.06.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Am vergangenen Freitag warnte der neue und alte Xerox-Chef und -Chairman Paul Allaire vor einem schwächeren zweiten Geschäftsquartal als erwartet. Der operative Gewinn soll um rund 30 Prozent unter den von der Wallstreet prognostizierten 42 Cent je Aktie liegen. Die Börse reagierte prompt: Das Xerox-Wertpapier sank am vergangenen Freitag um fünf Dollar und notierte nahe dem Jahrestief bei 20,25 Dollar.

Allaire, der nach dem geschassten Ex-Boss Richard Thomann erneut das Ruder des Kopiererspezialisten übernommen hatte, begründete die finsteren Aussichten mit einem alten Problem: Die Umstrukturierung des Vertriebs habe wie bei seinem Vorgänger noch nicht gegriffen. Zudem seien neue Schwierigkeiten aufgetaucht, wie Rechnungsausstände in Mexiko und erstmals Einbußen im High-End-Segment, in dem es um hochspezialisierte Druck- und Publishing-Geräte im Wert von 250 000 bis 500 000 Dollar geht. Hier setzt Xerox vor allem ein neuer Konkurrent aus deutschen Landen zu: die Heidelberger Druckmaschinen AG. Die inzwischen zum Multimedia-Anbieter gewandelten Badenwürttemberger verstärkten ihr Geschäft im vergangenen Jahr mit der Übernahme der Sparte Office Imaging von Eastman Kodak (CW Infonet berichtete).