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Xerox baut jede zweite Stelle in Deutschland ab

10.09.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der finanziell angeschlagene Drucker- und Kopiererhersteller Xerox will bis Ende 2004 über die Hälfte der knapp 1000 Stellen in Deutschland streichen. Dies gehe aus einem Schreiben des Betriebsrats an die Xerox-Beschäftigten hervor, berichtet das "Handelsblatt". Demnach plant das US-Unternehmen, in den nächsten beiden Jahren wesentliche Aufgaben der Xerox GmbH in Neuss auf externe Dienstleister oder neu zu gründende Firmen zu übertragen. An diesen Unternehmen sollen sich entweder die deutsche Niederlassung oder deren US-Mutter beteiligen, heißt es.

Dem Bericht zufolge hatte die Geschäftsführung in Neuss den Betriebsrat in der vergangenen Woche über die geplanten Personalmaßnahmen unterrichtet. So sei vorgesehen, bis Ende 2004 hierzulande 513 Arbeitsplätze abzubauen. Im Bereich Technik sollen 260 Stellen wegfallen, im Vertrieb werden 181 Jobs gestrichen, die restlichen 72 Arbeitsplätze baut Xerox im kaufmännischen Bereich ab. Das Unternehmen aus Stamford, Connecticut, hatte bereits Anfang vergangenen Jahres in Deutschland im Rahmen einer Restrukturierung knapp 700 Stellen abgebaut und beschäftigte zum Jahreswechsel nur noch 973 Mitarbeiter. Weltweit fiel jeder fünfte der damals noch 92.000 Arbeitsplätze weg, nachdem Xerox im Kampf um Profitabilität eine Reihe von Aktivitäten eingestellt oder ausgelagert hatte. Überschattet wurden die Maßnahmen von einem Bilanzskandal, nachdem sich herausgestellt hatte, dass Xerox in den vergangenen fünf Jahren möglicherweise sechs

Milliarden Dollar falsch verbucht hatte (Computerwoche online berichtete).

Nach erheblichen Restrukturierungsaufwendungen in den vergangenen Quartalen kann das Unternehmen inzwischen wieder erste Erfolge vorweisen: Nachdem Xerox im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres erstmalig seit einem Jahr wieder schwarze Zahlen geschrieben hatte (Computerwoche online berichtete), ist die Company nun zuversichtlich, auch das Gesamtjahr mit einem Plus abzuschließen. Das letzte positive Jahresergebnis hatte Xerox 1999 ausgewiesen. Für das zweite Halbjahr rechnet das Unternehmen wie bisher mit einen Proforma-Gewinn zwischen neun und zwölf Cent pro Aktie. (mb)