Einheitliche Finanzberichte

XBRL ist auf dem Vormarsch

Sascha Alexander ist Manager Marketing & Kommunikation bei der QUNIS GmbH, Neubeuern, die auf Beratung und Projekte in der Business Intelligence, Big Data und Advanced Analytics spezialisiert ist. Zuvor war der Autor als Director Communications bei den Marktforschungs- und Beratungsunternehmen BARC und PAC tätig. Als ehemaliger Redakteur der COMPUTERWOCHE sowie Gründer und Chefredakteur des Portals und Magazins für Finanzvorstände CFOWORLD verbindet ihn zudem eine lange gemeinsame Zeit mit IDG.
Seine Themenschwerpunkte sind: Business Intelligence, Data Warehousing, Datenmanagement, Big Data, Advanced Analytics und BI Organisation.
Die Extensible Business Reporting Language (XBRL) verheißt ein einheitliches elektronisches Datenaustauschformat für Finanzinformationen. In den USA stellen Firmen bereits um.

Mindestens 340 börsennotierte Unternehmen in den USA haben den Versand ihrer Finanzberichte bereits komplett auf XBRL umgestellt, um die Auflagen der Börsenaufsicht U.S. Securities and Exchange Commission (SEC) zu erfüllen. Dies meldet jetzt die Non-Profit-Organisation XBRL US. Bereits jetzt würden erste Finanzinformationen über das Standardformat ausgetauscht. Offiziell müssen bis zum 15.Juni rund 500 Unternehmen den Umstieg auf XBRL geschafft haben (mehr zu Zweck und Aufbau von XBRL finden Sie hier).

Die SEC und die Unterstützer von XBRL erwarten sich vom vereinheitlichten Versand eine einfachere Erfassung und Auswertung der Daten. Damit soll die Praxis, Finanzberichte als Textdokumente oder im HTML-Format an die "Edgar"-Online-Datenbank zu schicken, der Vergangenheit angehören. Laut SEC war im bisherigen Verfahren aufgrund der unterschiedlichen Formatierung und Aufbereitung eine nachträgliche manuelle Eingabe der eingehenden Finanzdaten nötig gewesen.

Erklärtes Ziel ist es, sämtliche in den USA börsennotierten Unternehmen auf die XBRL-basierende Kommunikation umzustellen. Dies soll schrittweise geschehen. So betrifft die heutige Ankündigung laut SEC zunächst rund 500 Unternehmen, deren Aktienwert mindestens fünf Milliarden Dollar beträgt. Weitere 1800 Unternehmen sollen bis Juni 2010 folgen. Die vollständige Umstellung aller übrigen Firmen sowie ausländische Emittenten muss laut SEC bis zum Juni 2011 erfolgt sein.

XBRL für Geschäftsberichte nach IAS,IFRS, HGB und US-GAAP

XBRL ist als offener Standard gedacht, der einem Unternehmen einen Baukasten bietet, mit dem sich der typischen Inhalt und Umfang eines Finanzberichts ausgestalten lässt. Ein Beispiel sind Geschäftsberichte gemäß den Rechnungslegungsvorschriften der International Accounting Standards (IAS) und International Financial Reporting Standards (IFRS), dem deutschen Handelsgesetzbuch (HGB) oder United States Generally Accepted Accounting Principles (US-GAAP).

Diese Modelle werden im XBRL-Jargon als "Taxonomies" bezeichnet. Sie dienen dazu, Elemente eines Wissensgebiets strukturiert, klassifiziert und mit ihren Einzelheiten zu beschreiben. Grundlage für das Finanzreporting mit der SEC ist die neueste Version der US GAAP Taxonomy for XBRL, welche die Vereinigung XBRL US am 21.April 2009 veröffentlicht hatte.

Weiter Informationen zur Entwicklung, den Vorgaben und der Technik von XBRL finden Sie hier: