Chefwechsel in "Farmville"

Xbox-Manager Don Mattrick führt künftig Zynga

02.07.2013
Nach der Abwanderung von Millionen Spielern bekommt "Farmville"-Entwickler Zynga einen neuen Chef.
Mark Pincus (l.) wird bei Zynga natürlich auch weiterhin eine wichtige Rolle spielen.
Mark Pincus (l.) wird bei Zynga natürlich auch weiterhin eine wichtige Rolle spielen.
Foto: Zynga

Gründer Mark Pincus macht Platz für Don Mattrick, der bislang Microsofts Spielekonsole Xbox verantwortete und zuvor lange beim PC-Spielekonzern Electronic Arts gearbeitet hatte. "Don ist einzigartig im Spielegeschäft", lobte Pincus am Montag seinen Nachfolger.

Mattrick übernimmt zum 8. Juli das Ruder. Er muss dafür sorgen, dass Zynga an frühere Erfolge anknüpfen kann. Das Unternehmen war mit Spielen für Facebook groß geworden und hatte im Dezember 2011 einen milliardenschweren Börsengang hingelegt. Doch zuletzt verloren die Internetspiele ihren Reiz und der Umsatz schrumpfte. Pincus musste 520 Leute feuern und damit fast jeden fünften Mitarbeiter.

Der neue Firmenlenker Mattrick ist allerdings nicht unumstritten in der Branche. Zuletzt musste er sich bei den Xbox-Fans entschuldigen: Microsoft hatte einen Onlinezwang sowie ein Tauschverbot von Spielediscs für die neue Xbox One durchsetzen wollen. Das sorgte für einen Aufschrei; Ende vergangener Woche stampfte der Konzern die Pläne schließlich ein.

Die Börsianer lieben Mattrick ungeachtet dessen: Nach ersten Berichten über den anstehenden Chefwechsel schoss die Zynga-Aktie mehr als zehn Prozent hoch und legte nach der Bestätigung noch einmal fünf Prozent nachbörslich zu. Pincus wird allerdings weiterhin als Vorsitzender des Verwaltungsrats ein Auge auf sein Lebenswerk haben. Er ist Großaktionär und damit eine Macht bei Zynga.

Eigentlich war erwartet worden, dass Microsoft-Chef Steve Ballmer gestern einen groß angelegten Umbau von Microsoft mit neuen Verantwortungen im Top-Management ankündigen würde. Stattdessen gab es bislang nur eine Dankes-Mail für den scheidenden Mattrick. Man darf gespannt sein, wann der Rest folgt. (dpa/tc)