Wysiwyg-Editor für den Browser

Wolfgang Sommergut ist Betreiber der Online-Publikation WindowsPro.
Eine neue Generation von Web-Anwendungen widerlegt die immer wieder geäußerte Einschätzung des Browsers als dummen Client. Dazu zählt etwa "GMail", das manchen Desktop-Client in den Schatten stellt. Und dazu gehört zweifellos auch der quelloffene "FCKeditor " von Frederico Caldeira Knabben. Es handelt sich dabei um eine einfache Textverarbeitung, die der Autor ausschließlich in Dynamischem HTML (DHTML) realisiert hat. Der erstaunliche Funktionsumfang beruht durchweg auf Javascript.

FCKedit lehnt sich bei der Bedienerführung an MS Word an und verwendet eine Symbolleiste, die dem Office-Schwergewicht nachempfunden ist. Mit ihrer Hilfe können Benutzer ihrem Text nicht nur Schriftarten oder Absatzformate zuweisen, sondern auch Hyperlinks setzen sowie über die Zwischenablage kopieren und einfügen. Als Output produziert der leichtgewichtige Editor HTML beziehungsweise XHTML.

Aufgrund der verwendeten Technik muss FCKedit nicht installiert werden, es reicht aus, ihn in eine HTML-Seite einzubinden. Das funktioniert nicht nur für statische Dokumente, sondern auch für PHP, Active Server Pages (ASP), Java Server Pages (JSPs) oder Coldfusion. Für die genannten Systeme bietet der Autor vorgefertigte Pakete an. Auf dem Client erfordert die Software entweder den Internet Explorer oder Mozilla. Opera wird nicht unterstützt.

Der kürzlich freigegebene Release Candidate 1 für die Version 2.0 bringt eine Reihe neuer Funktionen. Dazu zählen unter anderem Suchen und Ersetzen, die Definition eigener Stile in einer XML-Datei, eine Vorschau auf Schriftarten im Pull-down-Menü der Symbolleiste sowie ein Plugin-System, mit dessen Hilfe der Editor um neue Features ergänzt werden kann.

CW-Fazit: FCKedit zeigt auf eindrucksvolle Weise, was in modernen Browsern mit Javascript möglich ist. Das Open-Source-Tool eignet sich bestimmt nicht für umfangreiche Dokumentationen oder dergleichen, bietet sich aber zur Bearbeitung kürzerer Texte in Intranets an und empfiehlt sich zur Integration in Foren oder Kommentarfunktionen.